
Einlaufschacht
Ein Einlaufschacht nimmt Oberflächenwasser von Strassen, Plätzen und Vorplätzen über einen Gitterrost auf und leitet es in die Regenwasserkanalisation oder eine Versickerungsanlage. Ein Schlammsammler hält Sand und Schmutz zurück.
Einlaufschacht im Detail.
Der Einlaufschacht, umgangssprachlich auch Strassenschacht oder Dole, ist der Übergang von der Oberfläche in die Entwässerung. Er besteht aus einem Schachtkörper aus Beton oder Kunststoff, einem Gitterrost oder einer Einlaufplatte und meist einem Schlammsammler im unteren Teil. Das Wasser tritt durch den Rost ein, grobe Feststoffe sinken in den Schlammraum, und das geklärte Wasser läuft über einen seitlichen Ablauf in die Leitung. Ein Tauchbogen am Ablauf verhindert, dass Schwimmstoffe und Öl weiterfliessen.
Es gibt verschiedene Bauarten: Strasseneinlaufschächte mit Betonkörper und Rost D400 für Fahrbahnen, kleinere Hofeinlaufschächte mit Rost B125 für Vorplätze und Garagenzufahrten, sowie Rinnenabläufe für Linienentwässerung vor Garagentoren. Einlaufschächte mit Schlammsammler sind Standard; Ausführungen ohne Schlammraum werden nur bei sehr sauberen Flächen verwendet. Bei Gefahr von Mineralöl, etwa auf grossen Parkplätzen, wird zusätzlich ein Ölabscheider vorgeschaltet.
Die Norm SN 592000 und die VSA-Richtlinie zur Entwässerung von Verkehrsflächen regeln, welches Platzwasser wohin darf. Wasser von wenig befahrenen Vorplätzen gilt als nicht verschmutzt und darf über die belebte Bodenschicht versickern. Wasser von stark befahrenen Strassen muss über einen Schlammsammler und oft über eine Bodenpassage oder einen Filterschacht geführt werden. Die Rostöffnungen müssen so dimensioniert sein, dass das Wasser bei Starkregen schnell abfliesst, ohne dass Laub den Rost sofort verstopft.
Im Kanton Zürich gehört zu jedem Umgebungsprojekt die Frage, wie das Platzwasser weggebracht wird. Die Gemeinden im Zürcher Oberland verlangen bei Neubauten fast immer eine Versickerung auf dem Grundstück. Der Einlaufschacht ist dann das erste Element vor der Rigole oder dem Sickerschacht. Wichtig ist die Höhenlage: Der Rost muss am tiefsten Punkt der Fläche liegen, und die Fläche braucht ein Gefälle von mindestens 1.5 bis 2 Prozent zum Schacht hin.
Häufige Fehler sind ein Einlaufschacht, der nicht am Tiefpunkt liegt und bei Regen umflossen wird, ein fehlender Schlammsammler vor der Versickerung, ein Rost der falschen Belastungsklasse in einer Zufahrt oder ein nie geleerter Schlammraum. Der Schlammsammler sollte ein- bis zweimal jährlich geleert werden. Als Richtwert kostet ein Hofeinlaufschacht DN 400 mit Schlammsammler inklusive Aushub, Anschluss und Rost CHF 900 bis CHF 1'800, ein Strasseneinlaufschacht mit Rost D400 CHF 2'000 bis CHF 3'500.
Beispiel: Vorplatzentwässerung in Wetzikon
Bei einem Einfamilienhaus in Wetzikon wurde die Garagenzufahrt neu mit Verbundsteinen belegt. Da die Zufahrt zum Haus hin abfällt, lief das Regenwasser bisher gegen das Garagentor. In der Umgebungsplanung wurde eine Linienentwässerung mit Rinne vor dem Tor und ein Hofeinlaufschacht DN 400 mit Schlammsammler am Tiefpunkt der Zufahrt gesetzt. Beide entwässern in eine neue Rigole unter dem Rasen. Der Rost wurde in Klasse B125 gewählt. Nach der Ausführung fliesst das Wasser auch bei Starkregen kontrolliert ab, und das Garagentor bleibt trocken.
Was ist der Unterschied zwischen Einlaufschacht und Kontrollschacht?
Der Einlaufschacht nimmt Oberflächenwasser über einen Rost auf und hat meist einen Schlammsammler. Der Kontrollschacht ist ein geschlossener Zugang zur Leitung für Inspektion und Spülung, ohne Wassereinlauf von oben. Beide sind in einer Liegenschaftsentwässerung nötig, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.
Wie oft muss der Schlammsammler geleert werden?
Bei Vorplätzen und Zufahrten reicht in der Regel eine Leerung pro Jahr, bei Strassen und Plätzen mit viel Laub zweimal jährlich. Ein voller Schlammsammler lässt Sand in die Leitung oder die Versickerungsanlage gelangen, was zu Verstopfungen und teuren Sanierungen führt.
Darf Vorplatzwasser versickert werden?
Wasser von Vorplätzen und wenig befahrenen Zufahrten gilt nach VSA als nicht verschmutzt und darf über die belebte Bodenschicht oder eine Rigole versickern. Ein Schlammsammler ist trotzdem Pflicht. Bei stark befahrenen Flächen oder Parkplätzen verlangt die Gemeinde zusätzliche Reinigungsstufen.
Das setzen wir für Sie um.
01BauEntwässerung
Entwässerung sorgt dafür, dass Regen-, Hang- und Sickerwasser kontrolliert vom Gebäude ferngehalten, versickert oder gedrosselt abgeleitet wird.
02BauUmgebungsarbeiten
Umgebungsarbeiten sind alle Bauarbeiten rund ums Gebäude nach dem Rohbau: Hinterfüllung, Terrain, Zufahrt, Wege, Sitzplätze, Mauern, Treppen, Entwässerung und Humusierung.
03BauStrassenbau
Strassenbau umfasst befahrbare Flächen mit tragfähigem Aufbau: Zufahrten, Vorplätze, Parkplätze, Quartier- und Erschliessungsstrassen sowie Belagssanierungen.
Einlaufschacht: Wir setzen es um.
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