
Drainage
Drainage bezeichnet das gesamte System zur Entwässerung des Bodens rund um ein Bauwerk oder eine Fläche: Sickerrohre, Filterkies, Vlies, Schächte und Ableitung. Ziel ist es, Wasserdruck von Bauteilen fernzuhalten.
Drainage im Detail.
Unter Drainage versteht man im Bauwesen die planmässige Entwässerung des Baugrunds. Anders als die einzelne Sickerleitung meint Drainage das Gesamtsystem: die wasserdurchlässige Kiespackung, das Filtervlies, die Sickerrohre, die Spül- und Kontrollschächte sowie die Ableitung zu einer Versickerungsanlage oder in die Regenwasserkanalisation. Man unterscheidet Gebäudedrainagen entlang von Fundamenten, Flächendrainagen unter Sportplätzen oder Gärten, Hangdrainagen zur Hangstabilisierung und Drainagen hinter Stützmauern.
Die SIA-Norm 272 regelt die Abdichtung und Entwässerung von Bauwerken unter Terrain. Sie hält fest, dass eine Drainage nur dann sinnvoll ist, wenn das Wasser tatsächlich abfliessen kann. Liegt ein Gebäude im Grundwasser oder in stauendem Wasser, hilft keine Drainage; hier braucht es eine wasserdichte Wanne aus Beton. Die Drainage ist also eine Massnahme gegen Sickerwasser und Hangwasser, nicht gegen drückendes Grundwasser.
Aufgebaut wird eine Gebäudedrainage von unten nach oben: Auf der Grabensohle liegt das Teilsickerrohr im Kiesbett, darüber eine Sickerschicht aus Rundkies oder eine Drainagematte an der Kellerwand, aussen herum ein Filtervlies, das den Kies vom anstehenden Boden trennt. An jeder Richtungsänderung und mindestens alle 40 bis 50 Meter steht ein Spülschacht. Das Ende des Systems bildet ein Kontrollschacht mit Schlammsammler, damit keine Feinanteile in die Ableitung gelangen.
Im Kanton Zürich verlangen viele Gemeinden bei Baugesuchen einen Entwässerungsplan nach SN 592000, in dem die Drainage eingezeichnet ist. Drainagewasser darf nicht in den Schmutzwasserkanal, sondern muss versickert oder in die Regenwasserleitung geführt werden. Gerade in den Hanglagen von Rüti, Hinwil oder Pfäffikon mit lehmigen Moränenböden ist die korrekte Ableitung entscheidend, weil sonst das Wasser in der Kiespackung steht und den Keller feucht hält.
Häufige Fehler sind das Weglassen des Vlieses, zu grosser Abstand zwischen Spülschächten, das Ableiten in den Schmutzwasserkanal oder eine Drainage bei einer wasserdichten Wanne, die dort gar nicht nötig ist. Auch die Verlegung ohne Gefälle führt zu stehendem Wasser im Rohr. Als Richtwert kostet eine komplette Gebäudedrainage inklusive Aushub, Kies, Vlies, Rohr und Schächten für ein Einfamilienhaus CHF 12'000 bis CHF 25'000. Bei einer nachträglichen Drainage am bestehenden Gebäude liegen die Kosten wegen des Handaushubs an der Fassade meist höher.
Beispiel: Nachträgliche Drainage an einem Mehrfamilienhaus in Rüti
Ein Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren in Rüti zeigte an der Bergseite feuchte Flecken im Keller. Der Boden war nicht drainiert, das Hangwasser drückte direkt gegen die Kellerwand. Auf rund 30 Metern Länge wurde die Wand freigelegt, neu abgedichtet und mit einer Drainagematte versehen. Ein Teilsickerrohr DN 125 im Kiesbett, drei Spülschächte und ein Kontrollschacht mit Schlammsammler bilden das System. Das Wasser läuft in eine Sickergalerie im Vorgarten. Die Bauzeit betrug zwei Wochen, die Kosten lagen bei rund CHF 32'000.
Braucht jedes Haus eine Drainage?
Nein. Eine Drainage ist nötig, wenn Sicker- oder Hangwasser anfällt und der Boden das Wasser nicht selbst abführt. Steht das Gebäude im Grundwasser, hilft keine Drainage; dann braucht es eine wasserdichte Betonwanne nach SIA 272. Ein Baugrundgutachten klärt, welche Variante sinnvoll ist.
Was kostet eine Drainage beim Einfamilienhaus?
Als Richtwert liegen die Kosten für eine komplette Gebäudedrainage bei CHF 12'000 bis CHF 25'000, abhängig von Gebäudelänge, Aushubtiefe, Bodenklasse und Ableitung. Wird die Drainage nachträglich am bestehenden Haus eingebaut, sind Handaushub und Wiederherstellung der Umgebung zusätzlich zu rechnen.
Wie oft muss eine Drainage gespült werden?
Empfohlen ist eine Spülung alle fünf bis zehn Jahre über die Spülschächte. Bei eisenhaltigem Wasser mit Ockerbildung oder bei feinsandigen Böden kann ein kürzerer Intervall nötig sein. Ein Kanalfernsehen zeigt, ob das Rohr noch frei ist und wo sich Ablagerungen bilden.
Das setzen wir für Sie um.
01BauEntwässerung
Entwässerung sorgt dafür, dass Regen-, Hang- und Sickerwasser kontrolliert vom Gebäude ferngehalten, versickert oder gedrosselt abgeleitet wird.
02BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
03BauAushubarbeiten
Aushubarbeiten bezeichnen das maschinelle Lösen von Boden, das Laden und den Abtransport inklusive Entsorgung.
Drainage: Wir setzen es um.
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