Rigole — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Rigole

Eine Rigole ist ein unterirdischer, mit Kies oder Kunststoff-Füllkörpern gefüllter Graben, der Regenwasser zwischenspeichert und langsam in den Untergrund versickern lässt. Sie ist die häufigste Form der Versickerungsanlage bei Wohnbauten.

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Was bedeutet Rigole?

Rigole im Detail.

Die Rigole ist ein Speicher- und Versickerungskörper im Boden. Ein Graben wird mit grobem Kies 16/32 oder 32/63 gefüllt und mit Filtervlies umhüllt. Das Regenwasser wird über ein Verteilrohr oder direkt eingeleitet, füllt die Hohlräume zwischen den Steinen und versickert über Sohle und Wände in den umgebenden Boden. Kies hat rund 30 Prozent Hohlraumanteil; moderne Kunststoff-Füllkörper erreichen über 90 Prozent und brauchen darum deutlich weniger Volumen.

Man unterscheidet Kiesrigolen, Füllkörperrigolen aus Kunststoffblöcken, Rohrrigolen mit einem Sickerrohr im Kiesbett und die Mulden-Rigole, bei der eine begrünte Mulde über der Rigole liegt und das Wasser zuerst durch die belebte Bodenschicht filtert. Die Mulden-Rigole ist im Kanton Zürich die bevorzugte Variante bei Platzwasser, weil der Humus Schadstoffe zurückhält. Für reines Dachwasser genügt meist eine unterirdische Rigole mit Schlammsammler davor.

Die Bemessung erfolgt nach der VSA-Richtlinie zur Regenwasserentwässerung. Massgebend sind die angeschlossene Fläche, der kf-Wert des Bodens aus dem Sickerversuch und das Bemessungsregenereignis. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Dach und mittlerer Durchlässigkeit ergibt sich eine Kiesrigole von etwa 8 bis 12 Kubikmetern. Die Rigole braucht mindestens einen Meter Abstand zum Grundwasser, in der Regel drei Meter Abstand zum Gebäude und zwei Meter zur Nachbargrenze. Ein Notüberlauf ist Pflicht.

Im Zürcher Oberland sind Rigolen in den kiesigen Talböden weit verbreitet. Die Gemeinden verlangen im Entwässerungsgesuch den Sickerversuch, die Berechnung und einen Situationsplan mit Lage der Rigole. Nach dem Bau wird die Anlage eingemessen. Der Kontrollschacht vor der Rigole muss zugänglich bleiben, damit der Schlammsammler geleert werden kann. Auf lehmigen Hängen ist eine Rigole oft nicht sinnvoll; hier wird sie mit einer Retention kombiniert oder ganz durch eine Retention ersetzt.

Typische Fehler sind das Verlegen ohne Vlies, wodurch Feinanteile die Hohlräume zusetzen, ein fehlender Schlammsammler, eine Rigole in aufgefülltem oder verdichtetem Boden, zu nahe am Keller oder ohne Notüberlauf. Eine verschlämmte Rigole muss komplett ausgehoben und neu gebaut werden. Als Richtwert kostet eine Kiesrigole für ein Einfamilienhaus inklusive Aushub, Kies, Vlies, Verteilrohr und Kontrollschacht CHF 5'000 bis CHF 12'000. Füllkörperrigolen sind pro Kubikmeter teurer, brauchen aber weniger Aushub.

Aus der Praxis

Beispiel: Rigole unter dem Rasen in Uster

Bei einem Doppeleinfamilienhaus in Uster musste das Dachwasser beider Hälften auf dem Grundstück versickert werden. Der Sickerversuch ergab einen mittleren kf-Wert. Für 280 Quadratmeter Dachfläche wurde eine Kiesrigole von 12 Metern Länge, 1.2 Metern Breite und 1 Meter Tiefe unter dem gemeinsamen Rasen gebaut. Der Graben wurde mit Vlies ausgelegt, mit Rundkies 32/63 gefüllt und ein Verteilrohr DN 160 in der oberen Schicht verlegt. Vor der Rigole steht ein Kontrollschacht mit Schlammsammler, der Notüberlauf führt in die Regenwasserleitung. Die Rigole ist heute unsichtbar unter dem Rasen.

Häufige Fragen

Fragen zu Rigole.

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Wie gross muss eine Rigole sein?

Die Grösse hängt von der angeschlossenen Fläche, der Durchlässigkeit des Bodens und dem Bemessungsregen ab. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Dach und mittlerem kf-Wert sind etwa 8 bis 12 Kubikmeter Kiesrigole nötig. Mit Kunststoff-Füllkörpern reduziert sich das Volumen auf rund einen Drittel.

Wie lange hält eine Rigole?

Eine fachgerecht gebaute Rigole mit Vlies und Schlammsammler hält 30 bis 50 Jahre. Entscheidend ist, dass der Schlammsammler regelmässig geleert wird und keine Feinanteile in den Kieskörper gelangen. Eine verschlämmte Rigole lässt sich nicht reinigen und muss ersetzt werden.

Wo darf eine Rigole nicht gebaut werden?

Nicht in Grundwasserschutzzonen S1 und S2, nicht in lehmigem oder aufgefülltem Boden ohne Durchlässigkeit, nicht näher als drei Meter am Gebäude und nicht ohne einen Meter Abstand zum höchsten Grundwasserspiegel. Die Gemeinde prüft die Lage im Entwässerungsgesuch.

Rigole: Wir setzen es um.

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