Retention — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Retention

Retention bedeutet das zeitweise Zurückhalten von Regenwasser auf dem Grundstück, damit es gedrosselt und verzögert in die Kanalisation oder ein Gewässer abfliesst. Sie verhindert Überlastungen bei Starkregen.

RegenwasserrückhaltungRückhaltungRetentionsbeckenStauraum
Was bedeutet Retention?

Retention im Detail.

Retention ist das Zwischenspeichern von Regenwasser mit anschliessend gedrosselter Abgabe. Fällt bei einem Gewitter in kurzer Zeit viel Wasser auf Dächer und Plätze, würde es die Kanalisation überlasten. Ein Retentionsvolumen nimmt diese Spitze auf und gibt das Wasser über einen Drosselablauf langsam ab. Anders als bei der Versickerung bleibt das Wasser nicht im Boden, sondern wird nur verzögert weitergeleitet. Retention kommt zum Einsatz, wenn der Boden nicht sickerfähig ist oder der Grundwasserschutz eine Versickerung verbietet.

Es gibt verschiedene Formen: Retentionsdächer mit Substrat und Anstauelementen, offene Retentionsmulden im Garten, unterirdische Retentionsbecken aus Beton, Kunststoff-Füllkörper unter Plätzen oder ein einfacher Stauraumkanal mit Drossel. Der Drosselablauf ist das Herzstück: Er begrenzt den Abfluss auf einen von der Gemeinde vorgegebenen Wert, oft 5 bis 10 Liter pro Sekunde und Hektare. Ein Notüberlauf sorgt dafür, dass bei Extremereignissen das Wasser kontrolliert abfliesst.

Die Bemessung folgt der VSA-Richtlinie zur Regenwasserentwässerung und der Norm SN 592000. Massgebend sind die angeschlossene Fläche, der Abflussbeiwert der Oberfläche, die Regenspende der Region und die zulässige Abflussmenge. Im Zürcher Oberland wird oft mit einem 10-jährlichen Regenereignis gerechnet. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Dach ergibt sich ein Retentionsvolumen von etwa 3 bis 6 Kubikmetern, bei einem Mehrfamilienhaus mit grossem Vorplatz schnell 20 bis 40 Kubikmeter.

Die Gemeinden im Kanton Zürich schreiben die Retention im Generellen Entwässerungsplan oder in der Baubewilligung vor. In verdichteten Gebieten wie Dübendorf oder Uster ist sie inzwischen Standard, weil die Kanäle an der Kapazitätsgrenze sind. Der Nachweis wird mit dem Entwässerungsgesuch eingereicht. Häufig wird Retention mit Versickerung kombiniert: Das Wasser wird zuerst zurückgehalten und dann über eine Rigole versickert, was das nötige Volumen reduziert.

Typische Fehler sind ein zu klein bemessener Speicher, eine Drossel ohne Zugang für Kontrolle und Reinigung, fehlender Notüberlauf oder eine Retention, die nach der Bauabnahme nie gewartet wird und sich mit Schlamm füllt. Als Richtwert kostet ein unterirdisches Retentionsbecken aus Kunststoff-Füllkörpern inklusive Aushub, Vlies, Drosselschacht und Anschluss CHF 700 bis CHF 1'200 pro Kubikmeter Speichervolumen. Eine offene Retentionsmulde im Garten ist deutlich günstiger, braucht aber Platz. Swiss Group Constructions erstellt Retentionsanlagen als Teil der Liegenschaftsentwässerung.

Aus der Praxis

Beispiel: Retentionsanlage für ein Mehrfamilienhaus in Dübendorf

Bei einem Neubau mit zwölf Wohnungen in Dübendorf war der Boden lehmig und kaum sickerfähig. Die Gemeinde begrenzte den Abfluss in den Regenwasserkanal auf 3 Liter pro Sekunde. Für die Dachfläche von 480 Quadratmetern und den Vorplatz ergab sich ein nötiges Retentionsvolumen von 28 Kubikmetern. Unter dem Besucherparkplatz wurden Kunststoff-Füllkörperblöcke in einer Vliesumhüllung eingebaut, davor ein Schlammsammler, dahinter ein Drosselschacht mit Notüberlauf. Die Anlage wurde eingemessen und vom Bauamt abgenommen. Die Kosten lagen bei rund CHF 29'000.

Häufige Fragen

Fragen zu Retention.

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Was ist der Unterschied zwischen Retention und Versickerung?

Bei der Versickerung wird das Regenwasser in den Untergrund abgegeben und verbleibt dort. Bei der Retention wird es nur zwischengespeichert und gedrosselt in die Kanalisation oder ein Gewässer abgeleitet. Retention ist die Lösung, wenn der Boden nicht sickerfähig ist oder Versickerung nicht erlaubt wird.

Wann ist Retention Pflicht?

Im Kanton Zürich legen die Gemeinden im GEP und in der Baubewilligung fest, wann Regenwasser zurückgehalten werden muss. Bei Neubauten in dicht bebauten Gebieten und bei grossen versiegelten Flächen ist Retention fast immer Vorschrift. Der Nachweis wird mit dem Entwässerungsgesuch eingereicht.

Was kostet eine Retentionsanlage?

Als Richtwert kostet ein unterirdisches Retentionsbecken aus Füllkörpern CHF 700 bis CHF 1'200 pro Kubikmeter inklusive Aushub, Drosselschacht und Anschluss. Für ein Einfamilienhaus mit 4 bis 6 Kubikmetern sind das CHF 4'000 bis CHF 8'000. Offene Mulden sind günstiger, benötigen aber Gartenfläche.

Retention: Wir setzen es um.

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