Regiearbeiten — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Planung & Recht

Regiearbeiten

Regiearbeiten sind Bauleistungen, die nach effektivem Aufwand an Arbeitsstunden, Maschinenstunden und Material abgerechnet werden statt nach Einheits- oder Pauschalpreis. Grundlage sind täglich erstellte Regierapporte, die die Bauleitung visiert.

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Was bedeutet Regiearbeiten?

Regiearbeiten im Detail.

Regie bedeutet Abrechnung nach Aufwand. Anstelle eines vorher vereinbarten Preises pro Leistungseinheit werden die tatsächlich geleisteten Stunden von Personal und Maschinen sowie das verbrauchte Material mit vereinbarten Ansätzen multipliziert. Regiearbeiten kommen dort zum Einsatz, wo der Umfang vor Beginn nicht bestimmbar ist: bei Sondierungen, beim Freilegen unbekannter Werkleitungen, bei Reparaturen, Unwetterschäden oder kleinen Zusatzleistungen während eines laufenden Werkvertrags.

Die SIA 118 regelt Regiearbeiten in den Artikeln 44 bis 56. Der Unternehmer muss für jeden Tag Regierapporte mit Namen, Stunden, Maschinen und Material erstellen und der Bauleitung vorlegen. Diese prüft und unterschreibt sie innert kurzer Frist; erhebt sie keinen Einspruch, gelten die Rapporte als anerkannt. Die Regieansätze werden im Werkvertrag festgelegt, oft mit Verweis auf die Regietarife des Schweizerischen Baumeisterverbands. Bestandteil der Ansätze sind Lohn, Sozialleistungen, Kleinwerkzeug, Unternehmerzuschlag und bei Maschinen Treibstoff und Unterhalt.

Als Richtwert liegen die Regieansätze im Kanton Zürich für einen Bauarbeiter bei CHF 75 bis CHF 95 pro Stunde, für einen Vorarbeiter oder Maschinisten bei CHF 90 bis CHF 115. Ein Minibagger mit Maschinist kostet CHF 120 bis CHF 160 pro Stunde, ein Kettenbagger mit 20 Tonnen CHF 170 bis CHF 230, ein Lastwagen mit Chauffeur CHF 130 bis CHF 170. Material wird nach Einkaufspreis mit einem Zuschlag von 10 bis 15 Prozent verrechnet. Auf alle Ansätze kommt die Mehrwertsteuer.

Regie ist für den Bauherrn nur dann fair, wenn Rapporte lückenlos geführt und zeitnah kontrolliert werden. Typische Fehler sind Rapporte, die erst Wochen später auftauchen, fehlende Angaben zur ausgeführten Arbeit, sodass niemand weiss, welcher Aufwand zu welcher Position gehört, und das stillschweigende Verrechnen von Leistungen als Regie, die eigentlich im Einheitspreis enthalten wären. Umgekehrt riskiert der Unternehmer, dass unvisierte Rapporte nach Bauende bestritten werden. Eine klare Abgrenzung im Vertrag verhindert beides.

Sinnvoll sind Regiearbeiten mit Kostendach: Der Bauherr gibt eine Obergrenze frei, der Unternehmer meldet, wenn sie erreicht wird. Für kleinere Aufträge wie einen Leitungsbruch oder das Ausbaggern einer Sickergrube ist Regie oft günstiger als ein Pauschalangebot, weil der Unternehmer keine Risikoreserve einrechnen muss. Swiss Group Constructions führt Regiearbeiten mit eigenem Personal und Maschinenpark aus und übergibt die Rapporte täglich zur Unterschrift.

Aus der Praxis

Beispiel: Leitungsbruch in Rüti

In Rüti tritt Wasser aus einem Vorplatz aus; der Verlauf der alten Leitung ist unbekannt. Das Bauunternehmen rückt mit Minibagger und zwei Mann in Regie aus. Am ersten Tag werden 4.5 Stunden Suche und Freilegen rapportiert, am zweiten 6 Stunden für den Ersatz von 8 m PE-Rohr und die Hinterfüllung. Die Bauherrschaft unterschreibt die Rapporte am gleichen Tag. Die Rechnung beträgt CHF 3'400 inklusive Material und Mulde, deutlich unter dem vorgängig genannten Kostendach von CHF 5'000.

Häufige Fragen

Fragen zu Regiearbeiten.

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Wann sind Regiearbeiten sinnvoll?

Bei Arbeiten, deren Umfang vorher nicht abschätzbar ist: Suche nach Leitungen, Reparaturen, Sondierungen, Unwetterschäden oder kleine Zusatzleistungen. Bei klar definierten Leistungen wie einer Baugrube ist ein Einheitspreis nach Ausmass für beide Seiten transparenter.

Was kostet eine Regiestunde im Tiefbau?

Als Richtwert im Kanton Zürich: Bauarbeiter CHF 75 bis CHF 95, Maschinist CHF 90 bis CHF 115, Minibagger mit Maschinist CHF 120 bis CHF 160, Kettenbagger mit Maschinist CHF 170 bis CHF 230 pro Stunde. Dazu kommen Material mit Zuschlag und die Mehrwertsteuer.

Muss ich Regierapporte unterschreiben?

Nach SIA 118 legt der Unternehmer die Rapporte täglich vor, und die Bauleitung oder der Bauherr sollte sie zeitnah prüfen und visieren. Unterlässt er den Einspruch, gelten sie als anerkannt. Wer Einwände hat, vermerkt diese direkt auf dem Rapport, statt die Unterschrift zu verweigern.

Regiearbeiten: Wir setzen es um.

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