
Recyclingbeton / RC-Beton
Recyclingbeton (RC-Beton) ist Beton, bei dem ein Teil der Gesteinskörnung durch aufbereiteten Betonabbruch oder Mischabbruch ersetzt wird. Er ist nach SN EN 206 und SIA 2030 normiert und für die meisten Hochbauteile gleichwertig einsetzbar.
Recyclingbeton / RC-Beton im Detail.
Beton besteht zu rund 70 Prozent aus Kies und Sand. Beim Recyclingbeton wird ein Teil davon durch Granulat aus abgebrochenen Betonbauten (Betongranulat) oder aus gemischtem Mauerwerk und Beton (Mischabbruchgranulat) ersetzt. Das Granulat entsteht in Aufbereitungsanlagen, wo der Abbruch gebrochen, von Armierungseisen befreit, gesiebt und gewaschen wird. Der Zement bleibt derselbe. In der Region Zürich ist RC-Beton seit Jahren Standard bei öffentlichen Bauten und zunehmend im privaten Wohnungsbau.
Die Schweiz unterscheidet nach SIA-Merkblatt 2030 zwei Typen: RC-C mit Betongranulat, das für praktisch alle Bauteile bis C30/37 eingesetzt werden kann, und RC-M mit Mischabbruchgranulat, das etwas geringere Festigkeit und höhere Verformung hat und für Innenbauteile, Fundamente ohne Frostangriff und untergeordnete Bauteile gedacht ist. Der Recyclinganteil liegt meist bei 25 bis 100 Prozent des Grobkorns. Die Festigkeitsklassen und Expositionsklassen werden wie bei Primärbeton nach SN EN 206 angegeben.
Gesetzlich fördert die VVEA die Verwertung von Bauabfällen: Betonabbruch soll wiederverwertet und nicht deponiert werden. Der Kanton Zürich schreibt bei eigenen Bauten RC-Beton vor, wo er technisch möglich ist, und viele Gemeinden im Zürcher Oberland folgen dem. Für Bauherren ist RC-Beton auch ein Argument bei Nachhaltigkeitslabels wie Minergie-ECO. Technisch verhält sich RC-C-Beton nahezu wie Primärbeton; die höhere Saugfähigkeit des Granulats wird im Betonwerk durch Vornässen und angepasste Rezepturen ausgeglichen.
Typische Fehler sind der Einsatz von RC-M-Beton für frostbeanspruchte Aussenbauteile oder Sichtbeton (dort ist RC-C oder Primärbeton nötig), das Verwechseln von Recyclingbeton mit Magerbeton aus Recyclingkies, und Rezepturen, die zu viel Wasser brauchen. Bei Sichtbeton ist zu beachten, dass Mischabbruchgranulat farbige Backsteinreste enthält, die an der Oberfläche sichtbar werden. Der Ingenieur legt fest, wo RC-Beton zulässig ist; die Angabe gehört auf den Plan und den Lieferschein.
Preislich liegt RC-Beton auf dem Niveau von Primärbeton oder wenige Prozent darunter, als Richtwert CHF 170 bis 250 pro m³ ab Werk im Raum Zürich. Der Vorteil liegt vor allem in der Entsorgung: Sauberer Betonabbruch, der in die Aufbereitung geht, kostet CHF 30 bis 60 pro Tonne statt CHF 150 und mehr für Deponierung. Swiss Group Constructions führt sortenrein getrennten Betonabbruch der Aufbereitung zu und verwendet RC-Beton bei Fundamenten, Bodenplatten und Kellerwänden, wo der Ingenieur ihn freigibt.
Beispiel: Ersatzneubau in Wetzikon
Beim Rückbau eines Einfamilienhauses in Wetzikon fallen rund 180 Tonnen Betonabbruch an. Statt auf die Deponie gehen sie sortenrein in eine Aufbereitungsanlage in der Region. Für den Ersatzneubau schreibt der Ingenieur RC-C-Beton C25/30 XC2 für Fundamentplatte und Kellerwände vor, rund 95 m³. Die Aussentreppe und die Stützmauer mit Frostbeanspruchung werden mit Primärbeton C30/37 XF4 erstellt. Die Bauherrschaft spart bei der Entsorgung rund CHF 15'000 und erfüllt eine Anforderung des angestrebten Nachhaltigkeitslabels.
Ist Recyclingbeton genauso stabil wie normaler Beton?
RC-C-Beton mit Betongranulat erreicht dieselben Festigkeitsklassen wie Primärbeton und ist nach SN EN 206 und SIA 2030 für Fundamente, Wände, Decken und Stützen bis C30/37 zugelassen. RC-M-Beton mit Mischabbruchgranulat hat etwas höhere Verformungen und wird für Innenbauteile und Fundamente ohne Frost eingesetzt. Der Ingenieur legt die Verwendung fest.
Ist Recyclingbeton günstiger?
Der Beton selbst kostet etwa gleich viel wie Primärbeton, als Richtwert CHF 170 bis 250 pro m³. Gespart wird bei der Entsorgung des Abbruchs: Sortenreiner Betonabbruch in der Aufbereitung kostet CHF 30 bis 60 pro Tonne, die Deponierung ein Vielfaches. Bei Ersatzneubauten summiert sich das auf mehrere tausend Franken.
Wo darf Recyclingbeton nicht verwendet werden?
RC-M-Beton nicht bei Frost- und Tausalzbeanspruchung, in Sichtbeton und bei hoch beanspruchten Bauteilen. RC-C-Beton ist breiter einsetzbar, wird aber bei Expositionsklassen XF4 und XD3 sowie bei Festigkeiten über C30/37 meist durch Primärbeton ersetzt. Für Spannbeton ist RC-Beton nicht zugelassen. Massgebend sind SIA 2030 und der Plan.
Das setzen wir für Sie um.
01BauBetonarbeiten
Betonarbeiten umfassen das Schalen, Armieren und Betonieren von Bauteilen aus Ortbeton – Wände, Decken, Bodenplatten, Treppen und Aussenanlagen.
02BauFundamente
Ein Fundament leitet die Lasten eines Bauwerks in den tragfähigen Baugrund und muss frostsicher gegründet sein.
03ReinigungEntsorgung
Entsorgung umfasst das Bereitstellen von Mulden, den Abtransport und die fachgerechte Verwertung von Bauschutt, Mischabbruch, Sperrgut und Aushubmaterial sowie die Räumung von Wohnungen, Kellern und Gewerbeflächen.
Recyclingbeton / RC-Beton: Wir setzen es um.
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