
Sickerleitung
Eine Sickerleitung ist ein perforiertes oder geschlitztes Rohr im Boden, das anfallendes Sickerwasser sammelt und kontrolliert ableitet. Sie schützt Fundamente, Kellerwände und Stützmauern vor drückendem Wasser.
Sickerleitung im Detail.
Eine Sickerleitung ist ein Drainagerohr mit Schlitzen oder Löchern, das in einer Kiespackung verlegt wird. Wasser, das im Boden versickert, tritt durch die Öffnungen in das Rohr ein und fliesst mit Gefälle zu einem Schacht, einer Versickerungsanlage oder in die Kanalisation. Der Begriff wird im Alltag oft mit «Drainage» gleichgesetzt; genau genommen ist die Sickerleitung nur das Rohr, während die Drainage das ganze System aus Rohr, Filterkies, Vlies und Schächten umfasst.
Gebräuchlich sind zwei Rohrtypen: Vollsickerrohre, die rundum perforiert sind, und Teilsickerrohre, bei denen nur der obere Teil Schlitze hat und die Sohle geschlossen ist. Teilsickerrohre werden bevorzugt, weil das gesammelte Wasser nicht wieder in den Boden austritt. Übliche Durchmesser sind DN 100 bis DN 160 aus PVC oder PP. Bei stark bindigen Böden wird zusätzlich ein Filtervlies eingelegt, damit Feinanteile das Rohr nicht verschlämmen.
Die Norm SN 592000 der VSA regelt die Liegenschaftsentwässerung und damit auch, wie Sickerleitungen an das Entwässerungssystem angeschlossen werden dürfen. Wichtig: Sickerwasser gilt als Fremdwasser und darf nicht in die Schmutzwasserleitung eingeleitet werden. In den meisten Gemeinden des Kantons Zürich ist ein Anschluss nur über einen Kontrollschacht mit Schlammsammler an die Regenwasserleitung oder an eine Versickerungsanlage zulässig. Das Gefälle beträgt in der Regel mindestens 0.5 Prozent.
Im Zürcher Oberland trifft man häufig auf Moränenböden mit lehmigen Schichten und Hangwasser. Hier ist die Sickerleitung entlang der Fundamentsohle oft die einzige Möglichkeit, feuchte Keller dauerhaft zu vermeiden. Bauämter in Wetzikon, Hinwil oder Uster verlangen bei Neubauten in Hanglagen zunehmend einen Nachweis, wohin das gesammelte Wasser geführt wird. Wer die Sickerleitung ohne Bewilligung an den Mischwasserkanal hängt, riskiert eine Rückbauverfügung.
Typische Fehler sind ein fehlender Spülschacht, zu wenig Gefälle, das Verlegen ohne Kiesbett oder das Vermischen von Sickerleitung und Dachwasser in einem Rohr. Ohne Spülmöglichkeit setzt sich die Leitung nach wenigen Jahren mit Eisenocker oder Feinsand zu. Als Richtwert kostet eine fachgerecht verlegte Sickerleitung inklusive Aushub, Kiespackung, Vlies und Rohr rund CHF 90 bis CHF 180 pro Laufmeter, je nach Tiefe und Bodenklasse. Swiss Group Constructions verlegt Sickerleitungen im Rahmen von Erdbau- und Entwässerungsarbeiten im ganzen Kanton Zürich.
Beispiel: Sickerleitung an einem Einfamilienhaus in Hinwil
Ein Einfamilienhaus am Hang in Hinwil hatte nach starken Regenfällen regelmässig feuchte Kellerwände. Der Boden bestand aus lehmiger Moräne mit Hangwasser. Rund um das Gebäude wurde ein Graben bis unter die Fundamentsohle ausgehoben, ein Teilsickerrohr DN 125 in einem Kiesbett aus Rundkies 16/32 verlegt und mit Filtervlies umhüllt. Zwei Spülschächte an den Ecken erlauben die Reinigung. Das Wasser läuft über einen Kontrollschacht mit Schlammsammler in eine neue Versickerungsanlage im Garten. Die Kellerwände sind seither trocken.
Wo darf eine Sickerleitung angeschlossen werden?
Sickerwasser gilt nach SN 592000 als Fremdwasser. Es darf nur über einen Kontrollschacht in die Regenwasserleitung, in eine Versickerungsanlage oder in ein Gewässer geführt werden. Ein Anschluss an die Schmutzwasserleitung ist im Kanton Zürich nicht erlaubt und wird von den Gemeinden beanstandet.
Wie tief muss eine Sickerleitung liegen?
Die Rohrsohle liegt in der Regel 10 bis 20 Zentimeter unter der Fundamentsohle beziehungsweise unter der Oberkante der Bodenplatte. Nur so wird das Wasser gefasst, bevor es an die Kellerwand drückt. Bei Stützmauern wird die Leitung hinter dem Mauerfuss auf Höhe der Fundamentunterkante verlegt.
Wie lange hält eine Sickerleitung?
Eine korrekt verlegte Sickerleitung mit Kiesbett, Vlies und Spülschächten hält 30 bis 50 Jahre. Entscheidend ist die regelmässige Spülung alle fünf bis zehn Jahre, besonders bei eisenhaltigem Grundwasser. Ohne Spülschächte ist die Leitung oft schon nach wenigen Jahren verstopft und muss aufgegraben werden.
Das setzen wir für Sie um.
01BauEntwässerung
Entwässerung sorgt dafür, dass Regen-, Hang- und Sickerwasser kontrolliert vom Gebäude ferngehalten, versickert oder gedrosselt abgeleitet wird.
02BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
03BauKanalisationsarbeiten
Kanalisationsarbeiten umfassen Bau, Anschluss und Sanierung von Abwasserleitungen zwischen Gebäude und öffentlichem Kanal.
Sickerleitung: Wir setzen es um.
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