
Hinterfüllung
Die Hinterfüllung ist das lagenweise Verfüllen und Verdichten des Arbeitsraums zwischen Kellerwand, Stützmauer oder Leitungsgraben und dem gewachsenen Boden, nachdem das Bauwerk fertiggestellt ist. Material und Verdichtung bestimmen, ob später Setzungen auftreten.
Hinterfüllung im Detail.
Nach dem Bau von Keller, Fundamenten, Stützmauern oder Leitungen bleibt der Arbeitsraum offen, der beim Aushub für Schalung, Abdichtung und Dämmung freigehalten wurde. Diesen Raum füllt die Hinterfüllung. Sie muss dauerhaft standfest sein, weil darauf Terrassen, Zufahrten, Wege und Umgebungsbeläge liegen. Zugleich darf sie das Bauwerk nicht beschädigen: Die Abdichtung und die Perimeterdämmung der Kellerwand sind empfindlich gegen scharfe Steine und gegen den Druck schwerer Verdichtungsgeräte.
Als Material kommt entweder der eigene Aushub oder angeliefertes Kies infrage. Unverschmutzter, nicht bindiger Aushub darf nach VVEA wiederverwendet werden und spart Transport und Deponiekosten. Lehm und Silt eignen sich schlecht, weil sie sich bei Nässe nicht verdichten lassen und beim Austrocknen schwinden. In der Praxis wird im Kanton Zürich deshalb bei Kellerwänden meist Rundkies 0/63 oder Sickerkies 16/32 verwendet, der gleichzeitig als Sickerpackung für die Drainage nach SN 592000 dient. Zwischen Kies und Lehm wird ein Vlies eingelegt.
Die Hinterfüllung erfolgt in Lagen von 20 bis 30 cm, jede Lage mit Vibrationsplatte oder Stampfer verdichtet. Direkt an der Wand wird mit leichten Geräten gearbeitet, und die Wand darf erst hinterfüllt werden, wenn der Beton ausgehärtet und die Decke betoniert oder die Wand abgespriesst ist; sonst kippt der Erddruck die Wand nach innen. Bei Stützmauern ist die Reihenfolge besonders wichtig: erst Drainage, dann Sickerkies, dann Hinterfüllung. Die SIA 118 und die Ausschreibung legen den Verdichtungsgrad fest, oft 95 bis 97 Prozent Proctordichte.
Praxis im Zürcher Oberland: Der lehmige Aushub aus Wetzikon, Hinwil oder Bauma wird selten als Hinterfüllung verwendet, weil er nach dem ersten Winter setzt. Bauleitungen verlangen Kies bis mindestens 50 cm unter die Oberfläche. Im Glatttal mit Kiesaushub kann das eigene Material wiederverwendet werden, was Kosten spart. Wer den Aushub auf der Parzelle zwischenlagert, muss dafür Platz und Schutz vor Vernässung einplanen; ein durchnässtes Depot ist am Ende doch Deponiematerial.
Typische Fehler sind Hinterfüllen vor dem Betonieren der Decke, Lehm statt Kies, zu dicke Lagen, beschädigte Abdichtungen durch grobes Material und fehlende Sickerpackung. Die Folgen sind abgesackte Sitzplätze, Risse in Zufahrten und feuchte Keller. Richtwerte: Hinterfüllen mit Kies inklusive Material und Verdichtung CHF 55 bis CHF 90 pro m³, mit eigenem Aushub CHF 20 bis CHF 40 pro m³. Swiss Group Constructions führt Hinterfüllungen mit Raupendumper und Vibrationsplatte lagenweise aus und stimmt Material und Drainage mit der Bauleitung ab.
Beispiel: Einfamilienhaus in Rüti ZH
Nach dem Betonieren der Kellerdecke eines Einfamilienhauses in Rüti wird der 70 cm breite Arbeitsraum hinterfüllt. Zuerst wird die Sickerleitung in einem Kiesbett 16/32 verlegt und mit Vlies eingepackt. Darüber folgt Rundkies 0/63 in Lagen von 25 cm, der mit dem Raupendumper eingebracht und mit einer 200-kg-Vibrationsplatte verdichtet wird. Die obersten 30 cm bestehen aus Humus für die Bepflanzung. Beim Sitzplatz wird die Hinterfüllung bis zur Kofferung mit Kies ausgeführt, damit die Platten nicht absacken.
Wann darf eine Kellerwand hinterfüllt werden?
Erst wenn der Beton der Wand ausgehärtet ist und die Kellerdecke betoniert oder die Wand abgespriesst ist. Sonst drückt der Erddruck die Wand nach innen. Zudem müssen Abdichtung, Perimeterdämmung, Schutzschicht und Drainage fertig und von der Bauleitung abgenommen sein.
Kann der Aushub als Hinterfüllung verwendet werden?
Ja, wenn er unverschmutzt und nicht bindig ist, also Kies oder Sand. Lehm setzt sich, schwindet und lässt sich nass nicht verdichten. Im Zürcher Oberland wird deshalb meist Kies verwendet, mindestens im Bereich unter Belägen und in der Sickerpackung an der Kellerwand.
Warum sackt die Hinterfüllung nach einem Jahr ab?
Fast immer wegen ungenügender Verdichtung: zu dicke Lagen, nasses Material oder nur oberflächliches Verdichten. Auch Lehm, der austrocknet und schwindet, ist eine Ursache. Eine Nachbesserung ist möglich, indem der Belag entfernt, nachverdichtet und mit Kies ergänzt wird.
Das setzen wir für Sie um.
01BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
02BauUmgebungsarbeiten
Umgebungsarbeiten sind alle Bauarbeiten rund ums Gebäude nach dem Rohbau: Hinterfüllung, Terrain, Zufahrt, Wege, Sitzplätze, Mauern, Treppen, Entwässerung und Humusierung.
03BauFundamente
Ein Fundament leitet die Lasten eines Bauwerks in den tragfähigen Baugrund und muss frostsicher gegründet sein.
Hinterfüllung: Wir setzen es um.
Begehung vor Ort, verbindliche Offerte, ein Ansprechpartner — für Bau, Tiefbau und Reinigung im Kanton Zürich.
