
Aushubmaterial
Aushubmaterial ist der beim Aushub anfallende Boden, Kies, Sand, Lehm oder Fels. Nach der Abfallverordnung VVEA wird es in unverschmutztes, schwach verschmutztes und verschmutztes Material eingeteilt, was über Wiederverwertung oder Entsorgung entscheidet.
Aushubmaterial im Detail.
Aushubmaterial ist mengenmässig der grösste Abfallstrom der Schweiz: Jedes Jahr fallen mehrere zehn Millionen Tonnen an. Bei einem Einfamilienhaus sind es 500 bis 800 m³, bei einem Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage schnell 3'000 m³ und mehr. Was damit geschieht, entscheidet über einen erheblichen Teil der Erdbaukosten. Deshalb ist die Frage «Wohin mit dem Aushub?» in der Planung ebenso wichtig wie der Aushub selbst.
Die VVEA teilt Aushub- und Ausbruchmaterial in drei Kategorien. Unverschmutztes Material (Art. 19 VVEA) hält die Richtwerte der Altlastenverordnung ein und darf uneingeschränkt verwertet werden: als Hinterfüllung, für Terrainanpassungen, in Kiesgruben zur Auffüllung oder für Rekultivierungen. Schwach verschmutztes Material (T-Material) überschreitet die Richtwerte leicht und darf nur eingeschränkt verwertet oder auf Deponien des Typs B abgelagert werden. Verschmutztes Material muss je nach Belastung auf Deponien des Typs B bis E oder in eine Aufbereitung.
Ob Material unverschmutzt ist, muss der Bauherr nachweisen. Bei Parzellen ohne Verdacht genügt eine Erklärung; liegt die Parzelle im Kataster der belasteten Standorte (KbS) oder gab es früher Gewerbe, Tankstellen oder Auffüllungen, ist eine Untersuchung mit Bodenproben nötig. Im Kanton Zürich verlangt das AWEL bei grösseren Aushubmengen und bei Verdachtsflächen ein Entsorgungskonzept mit dem Baugesuch. Die Anlieferung auf Deponien und in Kiesgruben erfolgt mit Begleitschein, der zum Entsorgungsnachweis wird.
Praxis im Kanton Zürich: Unverschmutzter Aushub geht im Oberland in die Kiesgruben um Hinwil, Rüti oder Wetzikon zur Auffüllung; im Glatttal in Auffüllungen bei Volketswil oder Kloten. Die Annahmepreise unterscheiden sich stark nach Material: Sauberer Kies wird teilweise gratis oder gegen kleine Gebühr angenommen, weil er als Rohstoff wiederverwendet wird; Lehm kostet, weil er nur zur Auffüllung taugt. Im Stadtgebiet Zürich, in Winterthur und in alten Industriegebieten ist verschmutzter Aushub die Regel.
Typische Fehler sind das Vermischen von sauberem und belastetem Material, das Fehlen eines Entsorgungskonzepts und das Unterschätzen der Auflockerung beim Transport. Richtwerte inklusive Transport: unverschmutzter Kies CHF 10 bis CHF 25 pro m³, unverschmutzter Lehm CHF 20 bis CHF 40 pro m³, schwach verschmutztes Material CHF 60 bis CHF 120 pro Tonne, stark verschmutztes Material CHF 150 bis CHF 400 pro Tonne. Swiss Group Constructions transportiert Aushubmaterial mit eigenen Lastwagen und liefert den Entsorgungsnachweis nach VVEA.
Beispiel: Ersatzneubau auf ehemaligem Gewerbeareal in Winterthur
Auf einem früheren Werkstattareal in Winterthur wird ein Wohnhaus gebaut. Die Parzelle ist im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Ein Umweltbüro entnimmt vor dem Aushub zwölf Bodenproben aus Baggerschlitzen. Von 1'200 m³ Aushub erweisen sich 900 m³ als unverschmutzt und gehen in eine Kiesgrube. 250 m³ sind schwach mit Kohlenwasserstoffen belastet und werden auf eine Deponie Typ B gefahren. 50 m³ um einen alten Öltank sind stark belastet und gehen in eine Bodenwaschanlage. Der Aushub wird abschnittsweise nach Belastung getrennt.
Wie erfährt man, ob Aushub verschmutzt ist?
Über den Kataster der belasteten Standorte des Kantons Zürich und die Vornutzung der Parzelle. Bei Verdacht entnimmt ein Umweltbüro Bodenproben und analysiert sie auf Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe und andere Schadstoffe. Ohne Verdacht genügt in der Regel eine Erklärung des Bauherrn.
Was kostet die Entsorgung von Aushubmaterial?
Als Richtwert inklusive Transport CHF 10 bis CHF 40 pro m³ für unverschmutztes Material, je nach Kies oder Lehm. Schwach verschmutztes Material kostet CHF 60 bis CHF 120 pro Tonne, stark verschmutztes CHF 150 bis CHF 400 pro Tonne. Die Preise hängen stark von der Deponiedistanz ab.
Kann Aushubmaterial auf der eigenen Parzelle bleiben?
Unverschmutztes Material ja, etwa für Hinterfüllungen oder Terrainanpassungen, sofern diese im Baugesuch bewilligt sind. Grössere Terrainveränderungen sind im Kanton Zürich bewilligungspflichtig. Lehm eignet sich nur bedingt, weil er sich schlecht verdichten lässt und setzt.
Das setzen wir für Sie um.
01BauAushubarbeiten
Aushubarbeiten bezeichnen das maschinelle Lösen von Boden, das Laden und den Abtransport inklusive Entsorgung.
02BauTransporte
Transporte im Bau umfassen die Abfuhr von Aushub und Bauschutt, die Lieferung von Kies, Sand und Humus sowie die Bereitstellung von Mulden.
03BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
Aushubmaterial: Wir setzen es um.
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