
Aushub
Aushub bezeichnet das maschinelle oder manuelle Lösen, Laden und Abführen von Boden und Fels, um eine Baugrube, einen Graben oder ein Planum herzustellen. Der Begriff meint sowohl den Arbeitsvorgang als auch das dabei anfallende Material.
Aushub im Detail.
Aushub ist der erste bauliche Schritt fast jedes Bauvorhabens im Tiefbau und Hochbau. Dabei wird Boden aus seinem gewachsenen Verbund gelöst, mit Bagger oder Lader aufgenommen und entweder auf der Baustelle zwischengelagert oder per Lastwagen abgeführt. Unterschieden wird nach Zweck: Baugrubenaushub für Keller und Fundamente, Grabenaushub für Werkleitungen und Kanalisation, sowie Flächenaushub für Strassen, Plätze und Umgebungsarbeiten. Die Abrechnung erfolgt in der Regel nach festen Kubikmetern (m³ fest), also nach dem Volumen im gewachsenen Zustand, nicht nach dem aufgelockerten Material auf dem Lastwagen.
Massgebend für Ausschreibung und Abrechnung ist in der Schweiz der Normpositionen-Katalog NPK 211 «Baugrubenaushub und Erdbau» zusammen mit der SIA 118 als allgemeine Vertragsbedingung. Die Ausschreibung nennt die Bodenklasse, die Aushubtiefe, die Böschungsneigung und die Art des Abtransports. Wer diese Angaben unklar lässt, riskiert Nachträge: Hartes Material, Fels oder Grundwasser verändern den Aufwand massiv. Der Auflockerungsfaktor liegt je nach Boden zwischen 1.15 und 1.35 – aus 100 m³ festem Boden werden auf dem Lastwagen also 115 bis 135 m³.
Vor dem eigentlichen Aushub wird der Humus separat abgetragen und getrennt gelagert, weil er später für Umgebungsarbeiten wieder gebraucht wird und nicht mit Unterboden vermischt werden darf. Anschliessend folgt der Aushub des Unterbodens bis auf die Kote des Planums oder der Fundamentunterkante. Bei tiefen Gruben ohne Platz für Böschungen ist eine Baugrubensicherung nötig. Werkleitungen im Baubereich müssen vorher beim Leitungskataster und bei den Werken abgeklärt sein – ein angerissenes Gas- oder Glasfaserkabel ist teuer und gefährlich.
Im Kanton Zürich ist die Verwertung des Aushubmaterials ein zentraler Punkt. Die Abfallverordnung VVEA verlangt, dass unverschmutzter Aushub möglichst wieder als Baustoff oder zur Auffüllung verwendet wird. Verschmutzte oder belastete Böden müssen untersucht und je nach Ergebnis in einen bestimmten Deponietyp gebracht werden. Im Zürcher Oberland ist der Boden häufig lehmig und moränig, was den Aushub bei Nässe erschwert; im Glatttal und Limmattal trifft man auf Kies und oft hohes Grundwasser.
Typische Fehler sind ein zu knapp bemessener Arbeitsraum um das Fundament, das Übersehen von altem Hinterfüllmaterial früherer Bauten und das Vergessen der Zwischenlagerfläche. Als Richtwert kostet Aushub im Kanton Zürich inklusive Laden CHF 25 bis CHF 60 pro m³ fest; dazu kommen Transport und Deponiegebühren von CHF 15 bis CHF 40 pro m³ für unverschmutztes Material. Belastetes Material kann mit über CHF 150 pro Tonne zu Buche schlagen. Swiss Group Constructions führt Aushubarbeiten mit eigenen Baggern und Lastwagen aus und organisiert die Entsorgung nach VVEA.
Beispiel: Einfamilienhaus in Hinwil
Für ein Einfamilienhaus mit Keller in Hinwil wird eine Baugrube von 14 × 11 m und 3.2 m Tiefe ausgehoben. Zuerst werden rund 60 m³ Humus abgetragen und am Parzellenrand gelagert. Danach folgen etwa 560 m³ fester Lehmboden. Ein Teil wird für die spätere Hinterfüllung deponiert, der Rest mit zwölf Lastwagenfahrten pro Tag zur nahen Aushubdeponie gebracht. Die Baugrube ist mit Böschungen von 2:3 angelegt, weil die Parzelle genügend Platz bietet.
Was kostet Aushub pro Kubikmeter im Kanton Zürich?
Als Richtwert liegt der reine Aushub bei CHF 25 bis CHF 60 pro m³ fest, abhängig von Bodenklasse, Grubentiefe und Zugänglichkeit. Transport und Deponie kommen mit CHF 15 bis CHF 40 pro m³ dazu. Belastetes Material ist deutlich teurer und wird pro Tonne abgerechnet.
Wie lange dauert der Aushub für ein Einfamilienhaus?
Bei normalen Verhältnissen dauert der Aushub einer Einfamilienhaus-Baugrube mit 500 bis 700 m³ zwei bis vier Arbeitstage. Engstellen, Fels, Grundwasser oder eine Baugrubensicherung verlängern die Zeit. Die Abfuhrlogistik mit Lastwagen ist oft der eigentliche Engpass.
Was passiert mit dem Aushubmaterial?
Unverschmutzter Aushub wird nach VVEA bevorzugt wiederverwertet, etwa als Hinterfüllung, für Terrainanpassungen oder in Kiesgruben zur Auffüllung. Belasteter Aushub muss beprobt und je nach Schadstoffgehalt in einen Deponietyp B bis E gebracht werden. Der Entsorgungsnachweis ist Teil der Bauabrechnung.
Das setzen wir für Sie um.
01BauAushubarbeiten
Aushubarbeiten bezeichnen das maschinelle Lösen von Boden, das Laden und den Abtransport inklusive Entsorgung.
02BauBaugrubenaushub
Der Baugrubenaushub schafft die Grube, in der ein Gebäude mit Keller oder Bodenplatte entsteht.
03BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
Aushub: Wir setzen es um.
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