Bodenklasse — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Bodenklasse

Die Bodenklasse ordnet Boden und Fels nach ihrer Lösbarkeit beim Aushub ein, von leicht lösbarem Oberboden bis zu schwer lösbarem Fels. Sie bestimmt Aufwand, Gerätewahl und Preis von Aushubarbeiten und ist Grundlage jeder Ausschreibung im Erdbau.

Bodenklassen 1–7LösbarkeitsklasseBaugrundklasseAushubklasse
Was bedeutet Bodenklasse?

Bodenklasse im Detail.

Beim Aushub macht es einen enormen Unterschied, ob der Bagger in Sand, in verkitteten Kies oder in Fels greift. Die Bodenklasse beschreibt genau das: den Widerstand, den das Material beim Lösen bietet. In der Schweiz wird beim Aushub nach dem Normpositionen-Katalog NPK 211 und der SIA 118/267 abgerechnet; die Klassifizierung erfolgt dort nach Bodenart und Lösbarkeit. In Deutschland galt lange die DIN 18300 mit den Bodenklassen 1 bis 7, die auch in der Schweiz als Verständigungshilfe verbreitet ist.

Die Einteilung nach dem klassischen Schema: Klasse 1 Oberboden, Klasse 2 fliessende Böden wie Schlamm, Klasse 3 leicht lösbare Böden wie Sand und Kies, Klasse 4 mittelschwer lösbare Böden wie Lehm, Ton und bindiger Kies, Klasse 5 schwer lösbare Böden wie stark verkitteter Kies und Steine bis 30 cm, Klasse 6 leicht lösbarer Fels und Findlinge bis 1 m³, Klasse 7 schwer lösbarer Fels. Für die Kalkulation ist auch die geotechnische Klassifikation nach USCS (SN 670 008) wichtig, die Kornverteilung und Plastizität beschreibt.

Die Bodenklasse wird vor dem Bau durch Sondierungen, Baggerschlitze oder Kernbohrungen ermittelt und im geotechnischen Bericht festgehalten. In der Ausschreibung wird der Aushub für die erwartete Klasse offeriert; trifft der Unternehmer auf härteres Material, ist das nach SIA 118 ein Nachtragsgrund. Deshalb lohnt sich ein sauberer Baugrundbericht: Er kostet wenig und verhindert Streit über Mehrkosten. Bei Fels wird die Abrechnung oft nach Aufwand oder nach separater Position für Meisselarbeiten geführt.

Im Kanton Zürich sind die Bodenklassen regional gut vorhersehbar. Im Zürcher Oberland dominieren Moränen: bindiger Kies mit Lehm und Steinen, meist Klasse 4 bis 5, dazu gelegentlich Findlinge. In den Tälern von Glatt, Töss und Limmat liegen Kies- und Sandschotter der Klasse 3, häufig mit Grundwasser. An Hängen und in Tobeln tritt die Molasse zutage, ein Sandstein oder Mergel der Klasse 6, der mit dem Meissel oder schweren Baggern gelöst werden muss. Der geologische Atlas des Kantons gibt erste Hinweise.

Typische Fehler sind das Offerieren ohne Baugrundbericht, das Überschätzen der Lösbarkeit von Moränen bei Trockenheit und das Ignorieren von Findlingen. Richtwerte für den Aushub im Kanton Zürich: Klasse 3 CHF 20 bis CHF 35 pro m³, Klasse 4 CHF 25 bis CHF 45 pro m³, Klasse 5 CHF 40 bis CHF 70 pro m³, Klasse 6 und 7 mit Meissel CHF 80 bis CHF 200 pro m³. Swiss Group Constructions verfügt über Kettenbagger mit Hydraulikmeissel und kann auch schwer lösbare Böden im Zürcher Oberland ausheben.

Aus der Praxis

Beispiel: Hangparzelle in Wald ZH

Für ein Einfamilienhaus an einem Hang in Wald ZH zeigen zwei Baggerschlitze bis 3 m Tiefe zuerst 30 cm Oberboden, dann 2 m Moräne der Klasse 4 bis 5 mit einzelnen Steinen. Bei 2.5 m steht Molassesandstein der Klasse 6 an. Der Aushub wird in der Offerte entsprechend aufgeteilt: 350 m³ Moräne zum Normalpreis, 120 m³ Fels mit Meisselzuschlag. Ein 1.5 m³ grosser Findling wird gesprengt und als Gartenstein verwendet. Dank der Sondierung gibt es keine Nachträge.

Häufige Fragen

Fragen zu Bodenklasse.

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Wie wird die Bodenklasse vor dem Bau bestimmt?

Mit Baggerschlitzen, Rammsondierungen oder Kernbohrungen, die ein Geotechniker auswertet und im Baugrundbericht festhält. Für ein Einfamilienhaus genügen meist zwei bis drei Sondierungen bis unter die Fundamentkote. Der Bericht kostet CHF 3'000 bis CHF 8'000 und verhindert Nachträge beim Aushub.

Was passiert, wenn beim Aushub eine andere Bodenklasse auftritt?

Nach SIA 118 sind unvorhersehbare Bodenverhältnisse ein Nachtragsgrund. Der Unternehmer muss den Befund sofort melden und dokumentieren, die Bauleitung ordnet das weitere Vorgehen an. Der Mehraufwand wird nach der Position für die tatsächliche Klasse oder nach Regie abgerechnet.

Welche Bodenklassen kommen im Kanton Zürich vor?

Im Zürcher Oberland vor allem Moränen der Klassen 4 und 5, in den Talböden von Glatt und Limmat Kies und Sand der Klasse 3, an Hängen und in Tobeln Molassefels der Klasse 6. Findlinge sind in Moränengebieten häufig und werden meist separat abgerechnet.

Bodenklasse: Wir setzen es um.

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