Ausschalfrist — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Beton & Rohbau

Ausschalfrist

Die Ausschalfrist ist die Mindestzeit, die ein Betonbauteil in der Schalung bleiben muss, bevor diese entfernt werden darf. Sie hängt von Bauteil, Betonsorte, Temperatur und der geforderten Festigkeit beim Ausschalen ab.

AusschalzeitSchalfristAusschaltermin
Was bedeutet Ausschalfrist?

Ausschalfrist im Detail.

Frischer Beton hat keine Tragfähigkeit. Erst mit fortschreitender Hydratation kann er Eigengewicht und Lasten aufnehmen. Die Ausschalfrist stellt sicher, dass beim Entfernen der Schalung genügend Festigkeit vorhanden ist: für seitliche Schalungen von Wänden und Fundamenten nur so viel, dass Kanten und Oberfläche nicht beschädigt werden; für tragende Deckenschalungen und Unterzüge so viel, dass das Bauteil sein Eigengewicht und die Baustellenlasten ohne unzulässige Verformung trägt.

Massgebend sind SIA 262 und SN EN 13670. Konkrete Fristen legt der projektierende Ingenieur fest, weil sie von der Betonsorte, dem Zementtyp und der Temperatur abhängen. Als Erfahrungswerte bei rund 20 °C und normalem Zement gelten: seitliche Fundament- und Wandschalungen ein bis drei Tage, Stützen zwei bis vier Tage, Deckenschalungen mit Spannweiten bis 6 m etwa zwei bis drei Wochen, grössere Spannweiten und Kragplatten bis vier Wochen. Bei 5 °C verdoppeln sich die Fristen grob; unter 0 °C ruht die Erhärtung fast vollständig.

Häufig wird die Deckenschalung teilweise entfernt und durch Notstützen ersetzt (Nachstützen), damit die Schalung weiterverwendet werden kann. Diese Notstützen bleiben, bis der Beton die volle Festigkeit hat, meist 28 Tage. Wichtig ist, dass beim Umstützen keine Stützen alle gleichzeitig gelöst werden, sonst wirkt kurzzeitig das ganze Eigengewicht auf den jungen Beton. Bei Zweifeln lässt sich die Festigkeit mit Rückprallhammer oder Erhärtungsprüfkörpern auf der Baustelle prüfen.

Typische Fehler auf Baustellen im Zürcher Oberland: Ausschalen nach Terminplan statt nach Festigkeit, besonders im Herbst und Winter; Kanten, die bei zu frühem Ausschalen abbrechen; Deckenschalungen, die vor der Freigabe des Ingenieurs gelöst werden; und das Lagern von Materialpaletten auf frisch ausgeschalten Decken. Ein zu frühes Ausschalen zeigt sich später als Durchbiegung, Rissbildung an der Unterseite oder bleibende Verformungen.

Die Ausschalfrist beeinflusst die Kosten direkt, weil Mietschalung und Stützen pro Woche bezahlt werden (Richtwert CHF 3 bis 8 pro m² Schalfläche und Woche) und der Bauablauf davon abhängt. Schnell erhärtende Zemente oder eine höhere Festigkeitsklasse können die Frist verkürzen, kosten aber pro Kubikmeter mehr. Swiss Group Constructions hält sich bei Fundamenten, Wänden und Stützmauern an die Vorgaben des Ingenieurs und dokumentiert Betonierdatum und Temperaturen im Bautagebuch.

Aus der Praxis

Beispiel: Stützmauer im November in Hinwil

Eine 2 m hohe Winkelstützmauer in Hinwil wird Mitte November bei Tagestemperaturen um 6 °C betoniert. Bei 20 °C hätte das Team nach zwei Tagen ausgeschalt. Wegen der Kälte bleibt die Schalung fünf Tage stehen, die Wand wird zusätzlich mit Wärmedämmmatten abgedeckt. Vor dem Ausschalen prüft der Polier die Oberflächenfestigkeit mit dem Rückprallhammer. Die Hinterfüllung folgt erst nach 28 Tagen, wenn der Beton den Erddruck sicher aufnehmen kann.

Häufige Fragen

Fragen zu Ausschalfrist.

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Wann darf man ein Fundament ausschalen?

Seitliche Fundamentschalungen können bei rund 20 °C nach ein bis zwei Tagen entfernt werden, weil sie keine Lasten tragen, sondern nur die Form halten. Bei Kälte dauert es drei bis fünf Tage. Belastet werden darf das Fundament durch Mauerwerk oder Wände erst nach Freigabe durch den Ingenieur, meist ab sieben Tagen.

Wie lange muss eine Betondecke geschalt bleiben?

Als Erfahrungswert zwei bis drei Wochen bei normalen Spannweiten und Temperaturen um 20 °C, bei grossen Spannweiten, Kragplatten oder Kälte bis vier Wochen. Danach werden oft Notstützen gestellt, bis der Beton nach 28 Tagen die volle Festigkeit hat. Die konkrete Frist steht im Plan oder wird vom Ingenieur freigegeben.

Was passiert bei zu frühem Ausschalen?

Bei seitlichen Schalungen brechen Kanten aus und die Oberfläche wird beschädigt. Bei tragenden Bauteilen entstehen bleibende Durchbiegungen und Risse an der Unterseite, im schlimmsten Fall versagt das Bauteil. Solche Schäden lassen sich nachträglich kaum beheben, deshalb gilt: nach Festigkeit ausschalen, nicht nach Terminplan.

Ausschalfrist: Wir setzen es um.

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