Kellerwand — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Beton & Rohbau

Kellerwand

Die Kellerwand ist die erdberührte Aussenwand des Untergeschosses. Sie trägt die Lasten des Gebäudes, nimmt den Erddruck auf und muss gegen Feuchtigkeit und Wärmeverlust geschützt sein. Im Kanton Zürich wird sie meist aus Stahlbeton erstellt.

Untergeschosswanderdberührte WandKelleraussenwandPerimeterwand
Was bedeutet Kellerwand?

Kellerwand im Detail.

Die Kellerwand steht auf dem Fundament oder der Fundamentplatte und trägt die darüberliegenden Geschosse. Anders als eine Obergeschosswand wirkt auf sie von aussen der Erddruck, bei hohem Grundwasser zusätzlich Wasserdruck. Deshalb wird sie in der Schweiz fast immer aus Stahlbeton mit 20 bis 30 cm Dicke gebaut, seltener aus Betonschalsteinen oder Kalksandstein. Die Armierung liegt beidseitig, weil die Wand sich unter Erddruck nach innen biegt und an der Aussenseite Zug entsteht.

Der Wandaufbau von innen nach aussen: Stahlbeton, Abdichtung (Bitumendickbeschichtung, Bitumenbahnen oder bei weisser Wanne keine separate Abdichtung), Perimeterdämmung aus XPS oder Schaumglas, Schutz- und Drainageschicht, Hinterfüllung mit sickerfähigem Material und Sickerleitung am Wandfuss. Bei unbeheizten Kellern entfällt die Dämmung. Anschlüsse an Fundament und Decke, Durchführungen für Werkleitungen und Kanalisation sowie Lichtschächte sind die kritischen Stellen für Dichtigkeit.

Die Bemessung erfolgt nach SIA 262, die Abdichtung nach SIA 271 (Abdichtungen) und SIA 272 (Abdichtungen unter Terrain), die Entwässerung nach SN 592000. Zwei Konzepte sind üblich: die schwarze Wanne mit aussenliegender Abdichtung und die weisse Wanne aus wasserdichtem Beton mit Fugenbändern, bei der die Wand selbst dicht ist. Die Wahl hängt vom Grundwasserstand und der Nutzung ab. Bei drückendem Wasser ist die weisse Wanne im Zürcher Oberland verbreitet.

Typische Fehler sind Hinterfüllen vor dem Erreichen der Betonfestigkeit oder vor dem Betonieren der Kellerdecke (die Wand kippt nach innen), verletzte Abdichtungen beim Einbringen der Hinterfüllung mit dem Bagger, Sickerleitung ohne Anschluss an einen Schacht, fehlende Dämmung unter dem Sockel (Wärmebrücke), und Leitungsdurchführungen, die nachträglich gebohrt und nur mit Schaum verschlossen werden. Feuchte Keller gehen in den meisten Fällen auf solche Details zurück.

Als Richtwert kostet eine Kellerwand aus Stahlbeton inklusive Schalung, Armierung und Beton CHF 250 bis 400 pro m² Wandfläche; Abdichtung und Dämmung kommen mit CHF 60 bis 120 pro m² dazu, die Hinterfüllung mit Sickerleitung mit CHF 40 bis 80 pro Laufmeter. Ein Keller für ein Einfamilienhaus liegt damit bei CHF 60'000 bis 100'000 ohne Aushub. Swiss Group Constructions erstellt Kellerwände inklusive Aushub, Schalung, Beton, Abdichtung, Sickerleitung und Hinterfüllung aus einer Hand.

Aus der Praxis

Beispiel: Unterkellerter Anbau in Uster

Ein Wohnhaus in Uster erhält einen unterkellerten Anbau von 6 mal 5 m. Die Kellerwände werden 25 cm dick in C25/30 XC2 mit beidseitiger Netzarmierung betoniert, geschalt mit Rahmenschalung. Nach dem Ausschalen folgen Bitumendickbeschichtung, 12 cm XPS-Perimeterdämmung und Noppenbahn. Am Wandfuss liegt eine Sickerleitung mit Anschluss an den Kontrollschacht. Hinterfüllt wird erst nach dem Betonieren der Kellerdecke mit Kies in Lagen von 30 cm. Kosten für die Kellerwände inklusive Abdichtung: rund CHF 38'000.

Häufige Fragen

Fragen zu Kellerwand.

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Wie dick muss eine Kellerwand sein?

Bei Stahlbeton meist 20 bis 25 cm für Einfamilienhäuser und 25 bis 30 cm bei Mehrfamilienhäusern oder hohem Erddruck. Bei Betonschalsteinen 25 bis 30 cm mit Kernbeton. Die Dicke ergibt sich aus Erddruck, Wandhöhe, Auflast und der geforderten Wasserdichtigkeit und wird vom Ingenieur nach SIA 262 berechnet.

Wann darf die Kellerwand hinterfüllt werden?

Erst wenn der Beton seine Festigkeit erreicht hat und die Wand oben gehalten ist, also nach dem Betonieren der Kellerdecke oder mit temporären Abstützungen, in der Regel frühestens 14 bis 28 Tage nach dem Betonieren. Zu frühes Hinterfüllen verformt die Wand oder lässt sie kippen. Die Abdichtung muss vorher trocken und geprüft sein.

Schwarze oder weisse Wanne – was ist besser?

Die schwarze Wanne mit Bitumenabdichtung ist günstiger und bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser bewährt. Die weisse Wanne aus wasserdichtem Beton kommt ohne separate Abdichtung aus, ist robuster bei drückendem Grundwasser und Nutzkellern, verlangt aber sorgfältige Fugenbänder und Betonierarbeit. Die Wahl hängt vom Baugrundgutachten ab.

Kellerwand: Wir setzen es um.

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