
Armierung / Bewehrung
Die Armierung (in Deutschland: Bewehrung) ist die Stahleinlage im Beton. Sie nimmt Zugkräfte auf, die der Beton allein nicht tragen kann, und macht aus Beton den Verbundwerkstoff Stahlbeton.
Armierung / Bewehrung im Detail.
Beton ist druckfest, aber zugschwach: Er trägt etwa das Zehnfache an Druck wie an Zug. Die Armierung gleicht das aus. Stahlstäbe, Matten oder Körbe werden vor dem Betonieren in die Schalung eingelegt und vom Beton umschlossen. Weil Stahl und Beton beim Erwärmen fast gleich ausdehnen und der Beton den Stahl vor Rost schützt, funktioniert der Verbund über Jahrzehnte. In der Schweiz sagt man «Armierung» oder «Armierungseisen», in Deutschland «Bewehrung» – gemeint ist dasselbe.
Typische Formen sind Stabstahl (Durchmesser 8 bis 40 mm), Armierungsnetze (geschweisste Matten, z. B. K188 oder K283), Bügel für Stützen und Balken sowie vorgefertigte Körbe für Fundamente. Verlegt wird nach dem Armierungsplan des Bauingenieurs. Abstandhalter aus Kunststoff oder Faserbeton sichern die Betonüberdeckung, also die Betonschicht zwischen Stahl und Oberfläche. Sie beträgt je nach Umgebung 20 bis 55 mm und ist entscheidend für die Dauerhaftigkeit.
Massgebend ist die Norm SIA 262 (Betonbau), ergänzt durch SIA 262/1 für die Materialprüfungen. Der Betonstahl muss die Anforderungen von SN EN 10080 bzw. den Schweizer Registern erfüllen (B500A, B500B, B500C). Die Betonüberdeckung richtet sich nach der Expositionsklasse gemäss SN EN 206. Bei tragenden Bauteilen ist der Armierungsplan Teil der Statik und muss vor dem Betonieren freigegeben sein – auf vielen Baustellen im Kanton Zürich führt der Ingenieur dazu eine Armierungsabnahme durch.
Typische Fehler sind zu wenig Überdeckung (Rostfahnen nach wenigen Jahren), fehlende Übergreifungslängen an Stössen, vergessene Eckeisen bei Winkelstützmauern und Matten, die beim Betonieren auf den Boden getreten werden. Auch das Reinigen der Eisen wird unterschätzt: Erdreste, Öl und loser Rost verhindern den Verbund. Für Aussenbauteile im Zürcher Oberland mit Streusalz und Frost ist die richtige Expositionsklasse und damit die Überdeckung besonders wichtig.
Als Richtwert kostet verlegte Armierung inklusive Material rund CHF 2'200 bis 3'200 pro Tonne, abhängig von Stahlpreis, Durchmesser und Komplexität. Eine Bodenplatte eines Einfamilienhauses braucht grob 60 bis 100 kg Stahl pro Kubikmeter Beton. Swiss Group Constructions verlegt Armierungen für Fundamente, Bodenplatten, Kellerwände und Stützmauern nach Ingenieurplan und stimmt den Ablauf mit Schalung und Betonlieferung ab.
Beispiel: Anbau in Rüti
Für einen Wohnanbau in Rüti verlangt der Ingenieur eine 25 cm starke Bodenplatte mit unterer und oberer Netzarmierung K283 sowie Randeisen Ø 12 mm. Nach dem Verlegen der Sauberkeitsschicht werden Abstandhalter mit 35 mm Überdeckung gesetzt, die Netze mit 30 cm Übergreifung gestossen und die Ecken mit Zulagen verstärkt. Der Ingenieur nimmt die Armierung am Vortag ab, danach werden 22 m³ Beton C25/30 eingebracht. Der Stahlbedarf liegt bei rund 1,9 Tonnen.
Was ist der Unterschied zwischen Armierung und Bewehrung?
Es gibt keinen technischen Unterschied. «Armierung» ist der in der Schweiz übliche Begriff, «Bewehrung» der deutsche. Beide bezeichnen die Stahleinlage im Beton, die Zugkräfte aufnimmt. Auch in den SIA-Normen wird «Bewehrung» verwendet, auf der Baustelle sagt man aber «Armierung».
Wie viel Armierung braucht eine Bodenplatte?
Das legt der Bauingenieur fest. Als Richtwert liegen Bodenplatten von Einfamilienhäusern bei 60 bis 100 kg Stahl pro Kubikmeter Beton, meist als Netzarmierung oben und unten plus Randeisen. Bei Punktlasten, weichem Baugrund oder wasserdichten Wannen steigt der Anteil deutlich.
Was passiert, wenn die Betonüberdeckung zu klein ist?
Der Stahl liegt zu nah an der Oberfläche, Wasser und Kohlendioxid erreichen ihn schneller, und er beginnt zu rosten. Rost braucht mehr Volumen als Stahl und sprengt den Beton ab. Die Folge sind Rostfahnen und Abplatzungen, oft schon nach fünf bis zehn Jahren. Abstandhalter verhindern das.
Das setzen wir für Sie um.
01BauBetonarbeiten
Betonarbeiten umfassen das Schalen, Armieren und Betonieren von Bauteilen aus Ortbeton – Wände, Decken, Bodenplatten, Treppen und Aussenanlagen.
02BauFundamente
Ein Fundament leitet die Lasten eines Bauwerks in den tragfähigen Baugrund und muss frostsicher gegründet sein.
03BauStützmauern
Eine Stützmauer hält Erdreich an Hanglagen und Geländesprüngen zurück und schafft nutzbare, ebene Flächen.
Armierung / Bewehrung: Wir setzen es um.
Begehung vor Ort, verbindliche Offerte, ein Ansprechpartner — für Bau, Tiefbau und Reinigung im Kanton Zürich.
