
Verdichtung
Verdichtung ist das mechanische Zusammenpressen von Boden oder Kies mit Walzen, Vibrationsplatten oder Stampfern, um Hohlräume zu verringern, die Tragfähigkeit zu erhöhen und spätere Setzungen zu verhindern. Sie wird lagenweise ausgeführt und mit dem Plattendruckversuch geprüft.
Verdichtung im Detail.
Lockerer Boden und frisch geschütteter Kies enthalten viel Luft. Belastet man sie, sacken sie zusammen; das führt zu Setzungen unter Fundamenten, Rissen in Belägen und abgesackten Leitungsgräben. Verdichtung nimmt diese Setzung vorweg, indem die Körner durch statischen Druck, Vibration oder Schlag dichter gelagert werden. Dabei steigt die Dichte, das Wasser kann besser abfliessen, und das Material trägt Lasten ohne nachzugeben. Verdichtet werden Planum, Kofferung, Hinterfüllungen, Grabenverfüllungen und Dammschüttungen.
Die Gerätewahl hängt von Material und Platz ab. Vibrationswalzen mit 1.5 bis 12 Tonnen eignen sich für Flächen und Kies. Vibrationsplatten mit 100 bis 700 kg für Gräben, Randbereiche und Verbundsteinflächen. Stampfer für enge Gräben und bindige Böden. Bindige Böden wie Lehm werden besser mit Schaffussrollen oder Stampfern geknetet, weil Vibration bei Nässe das Gegenteil bewirkt und den Boden verflüssigt. Grundsätzlich gilt: Lagen von 20 bis 30 cm bei leichten Geräten, bis 50 cm bei schweren Walzen, und jede Lage mit vier bis sechs Übergängen.
Die Anforderungen an die Verdichtung legt die VSS-Norm SN 640 585 fest. Geprüft wird entweder mit dem Plattendruckversuch (ME-Wert) oder mit der Dichtebestimmung nach Proctor: Der Proctorwert gibt an, wie nahe die erreichte Dichte am Laboroptimum liegt; für Hinterfüllungen sind 95 bis 97 Prozent üblich, für Kofferungen 100 Prozent. Der Wassergehalt ist entscheidend: Zu trockener Boden lässt sich nicht verdichten, zu nasser auch nicht. Bei bindigen Böden liegt das Optimum in einem engen Bereich von wenigen Prozent.
Im Kanton Zürich ist die grösste Praxisherausforderung der nasse Moränenlehm des Oberlands. In Wetzikon, Bäretswil oder Fischenthal muss die Verdichtung von Hinterfüllungen oft auf trockene Tage gelegt oder mit Kies statt Aushub ausgeführt werden. Bei Kanalisationsgräben in Stadtstrassen verlangen die Werke im Kanton Zürich Verdichtungsnachweise, weil abgesackte Gräben die häufigste Ursache von Strassenschäden sind. Moderne Walzen mit Verdichtungskontrolle (CCC) dokumentieren jeden Übergang flächendeckend.
Häufige Fehler sind zu dicke Lagen, zu wenig Übergänge, Verdichten von nassem Lehm, Vergessen der Randbereiche an Schächten und Mauern sowie fehlende Prüfungen. Die Folgen zeigen sich erst Monate später als Setzungen. Richtwerte: Verdichten mit Walze CHF 1.50 bis CHF 4 pro m² und Lage, mit Vibrationsplatte im Graben CHF 5 bis CHF 12 pro m³; ein Plattendruckversuch CHF 250 bis CHF 450. Swiss Group Constructions verfügt über eigene Walzen und Vibrationsplatten und dokumentiert die Verdichtung bei Bedarf mit Plattendruckversuchen.
Beispiel: Kellerhinterfüllung in Uster
Bei einem Mehrfamilienhaus in Uster wird der Arbeitsraum von 80 cm Breite um den Keller hinterfüllt. Weil der Aushub aus nassem Lehm besteht, wird stattdessen Rundkies 0/63 verwendet. Der Kies wird in Lagen von 30 cm eingebracht und mit einer 400-kg-Vibrationsplatte in je vier Übergängen verdichtet. Direkt an der Kellerwand wird mit einem leichten Stampfer gearbeitet, um die Abdichtung nicht zu beschädigen. Vor dem Einbau der Umgebungsbeläge zeigt der Plattendruckversuch 45 MN/m². Setzungen an Sitzplatz und Zugang bleiben aus.
Wie dick dürfen die Lagen beim Verdichten sein?
Bei Vibrationsplatten und Stampfern 20 bis 30 cm, bei mittleren Walzen 30 bis 40 cm, bei schweren Walzen bis 50 cm. Zu dicke Lagen werden nur oben verdichtet und sacken später. Jede Lage braucht vier bis sechs Übergänge, bevor die nächste eingebaut wird.
Kann man nassen Lehm verdichten?
Praktisch nicht. Nasser Lehm verflüssigt sich unter Vibration und wird weicher statt fester. Entweder man wartet auf trockenes Wetter, mischt Kalk zur Stabilisierung bei oder ersetzt den Lehm durch Kies. Für Hinterfüllungen ist Kies in der Regel die wirtschaftlichste Lösung.
Wie wird die Verdichtung geprüft?
Mit dem Plattendruckversuch, der den ME-Wert liefert, oder mit einer Dichtemessung, die als Prozentsatz des Proctorwerts angegeben wird. Für Kofferungen sind ME1-Werte von 80 bis 100 MN/m² üblich, für Hinterfüllungen 95 bis 97 Prozent Proctordichte. Die Prüfung erfolgt vor dem Einbau der nächsten Schicht.
Das setzen wir für Sie um.
01BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
02BauStrassenbau
Strassenbau umfasst befahrbare Flächen mit tragfähigem Aufbau: Zufahrten, Vorplätze, Parkplätze, Quartier- und Erschliessungsstrassen sowie Belagssanierungen.
03BauMaschinenarbeiten
Maschinenarbeiten sind Baggerarbeiten, Dumpertransporte und Verdichtungsarbeiten mit Maschine und Fahrer im Stundenansatz.
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