
Planum
Das Planum ist die abgezogene, verdichtete und profilierte Oberfläche des Untergrunds oder Unterbaus, auf der die Kofferung, die Fundamente oder die Bodenplatte aufgebaut werden. Es ist die Bezugsebene für alle weiteren Schichten.
Planum im Detail.
Im Strassen- und Tiefbau bezeichnet Planum die fertig hergestellte Oberfläche des Erdbaus nach dem Aushub oder der Auffüllung. Auf dem Planum beginnt der Oberbau: die Fundationsschicht aus Kies, darüber Trag- und Deckschichten. Im Hochbau ist das Planum die Sohle der Baugrube, auf der Sauberkeitsschicht und Fundament aufliegen. Das Planum muss eben, tragfähig und mit einem Quergefälle von 3 bis 5 Prozent versehen sein, damit eindringendes Wasser seitlich abfliesst und nicht in der Kofferung stehen bleibt.
Die Anforderungen sind in der VSS-Norm SN 640 585 «Verdichtung und Tragfähigkeit» geregelt. Massgebend ist der ME-Wert aus dem Plattendruckversuch: Für ein Strassenplanum werden je nach Belastungsklasse ME1-Werte von 15 bis 30 MN/m² gefordert, bei frostempfindlichem Boden oft mehr. Die Höhenlage darf um höchstens 3 cm vom Sollprofil abweichen, damit die Kofferung gleichmässig dick wird. Wird das Planum nicht erreicht, hilft ein Bodenaustausch, eine Stabilisierung mit Kalk oder Zement oder eine dickere Kofferung.
In der Praxis wird das Planum mit dem Bagger grob abgezogen und mit Walze oder Vibrationsplatte verdichtet. Bei grösseren Flächen kommt ein Grader oder ein Bagger mit GPS-Maschinensteuerung zum Einsatz, der die Sollhöhe direkt aus dem digitalen Geländemodell übernimmt. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Ein Lehmplanum, das bei Regen befahren wird, verliert seine Tragfähigkeit innert Stunden. Deshalb wird das Planum möglichst kurz vor dem Einbau der Kofferung fertiggestellt und sofort überdeckt.
Im Kanton Zürich sind die bindigen Böden des Oberlands die grösste Herausforderung. In Wetzikon, Gossau oder Hinwil erreicht ein Lehmplanum nach Regen oft nur ME-Werte von 5 bis 10 MN/m². Üblich ist dann ein Bodenaustausch von 30 bis 50 cm oder das Einlegen eines Geotextils und einer Schicht grobem Kies. Im Glatttal mit Kiesböden werden die geforderten Werte meist ohne Zusatzmassnahmen erreicht. Die Abnahme des Planums durch die Bauleitung mit Plattendruckversuch ist Standard vor dem Kofferungseinbau.
Typische Fehler: Planum ohne Gefälle, Pfützenbildung, Überfahren mit beladenen Lastwagen vor der Verdichtung und das Weglassen des Plattendruckversuchs. Die Folge sind Setzungen und Risse im Belag nach dem ersten Winter. Richtwerte: Planum herstellen und verdichten CHF 4 bis CHF 10 pro m², ein Plattendruckversuch CHF 250 bis CHF 450, Bodenaustausch bei ungenügender Tragfähigkeit CHF 40 bis CHF 80 pro m³. Swiss Group Constructions stellt Planien für Strassen, Plätze und Bodenplatten mit GPS-gesteuerten Baggern und eigenen Walzen her.
Beispiel: Zufahrt und Parkplatz in Gossau ZH
Für eine Gewerbezufahrt mit zwölf Parkplätzen in Gossau ZH wird auf 600 m² das Planum 55 cm unter der fertigen Belagsoberkante hergestellt. Der Boden ist lehmig; nach einer Regenwoche zeigt der Plattendruckversuch nur 8 MN/m². Es werden 30 cm Lehm ausgetauscht, ein Vlies verlegt und Rundkies 32/63 eingebaut. Der neue Versuch ergibt 28 MN/m². Das Planum wird mit 4 Prozent Quergefälle abgezogen und noch am selben Tag mit der Kofferung überdeckt.
Welche Tragfähigkeit muss ein Planum haben?
Nach VSS SN 640 585 je nach Belastung ME1-Werte von 15 bis 30 MN/m². Für Gehwege und Gartenwege genügen tiefere Werte, für Lastwagenzufahrten sind 30 MN/m² und mehr üblich. Der Wert wird mit dem Plattendruckversuch geprüft und von der Bauleitung abgenommen.
Was ist der Unterschied zwischen Planum und Feinplanie?
Das Planum ist die Oberfläche des Erdbaus unter der Kofferung. Die Feinplanie ist die letzte, millimetergenau abgezogene Oberfläche der Kiesschicht direkt unter Belag, Pflästerung oder Bodenplatte. Beide brauchen Gefälle und Verdichtung, aber die Feinplanie hat die engere Toleranz.
Was tun, wenn das Planum zu weich ist?
Möglich sind ein Bodenaustausch von 30 bis 50 cm mit Kies, das Einlegen eines Geotextils, eine Stabilisierung mit Kalk oder Zement oder eine dickere Kofferung. Welche Lösung wirtschaftlich ist, hängt von Fläche und Boden ab. Trocknen lassen hilft bei Lehm nur bei längerem schönem Wetter.
Das setzen wir für Sie um.
01BauStrassenbau
Strassenbau umfasst befahrbare Flächen mit tragfähigem Aufbau: Zufahrten, Vorplätze, Parkplätze, Quartier- und Erschliessungsstrassen sowie Belagssanierungen.
02BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
03BauWegebau
Wegebau umfasst Wege und Flächen für Fussgänger: Gartenwege, Hauszugänge, Gehwege, Mergelwege und Sitzplätze.
Planum: Wir setzen es um.
Begehung vor Ort, verbindliche Offerte, ein Ansprechpartner — für Bau, Tiefbau und Reinigung im Kanton Zürich.
