
Kontrollschacht
Ein Kontrollschacht ist ein begehbarer oder von oben zugänglicher Schacht in einer Abwasserleitung, der Kontrolle, Reinigung und Spülung ermöglicht. Er sitzt an Richtungsänderungen, Gefällswechseln und Leitungszusammenführungen.
Kontrollschacht im Detail.
Der Kontrollschacht ist das wichtigste Zugangsbauwerk der Kanalisation. Er unterbricht die Leitung und macht sie von der Oberfläche her zugänglich. Von hier aus kann eine Leitung mit der Kamera befahren, gespült oder saniert werden. Im Schachtboden liegt die sogenannte Gerinne oder Bankett: eine halbrunde Rinne, in der das Wasser ohne Ablagerungen durchfliesst. Kontrollschächte gibt es aus Beton, Polypropylen (PP) und PVC in Durchmessern von 40 bis 100 Zentimetern.
Man unterscheidet nach Grösse und Funktion: Begehbare Schächte ab 80 Zentimetern Innendurchmesser mit Steigeisen, kleinere Inspektionsschächte ab 40 Zentimetern nur für Kamera und Spülschlauch, und Spülschächte am Anfang einer Leitung. Ein Kontrollschacht mit Schlammsammler hält Sand und Feinanteile im Regenwasser zurück, bevor sie in die Versickerung gelangen. Am Übergang von privater zu öffentlicher Kanalisation steht der Anschlussschacht, der die Zuständigkeit markiert.
SN 592000 verlangt einen Kontrollschacht bei jeder Richtungsänderung über 45 Grad, bei jedem Gefällswechsel, an jeder Zusammenführung von Leitungen sowie unmittelbar vor der Grundstücksgrenze. Zwischen zwei Schächten dürfen bei Hausanschlussleitungen höchstens 40 bis 60 Meter liegen, je nach Durchmesser. Der Schachtdeckel muss der Belastung entsprechen: Klasse B125 für Vorplätze, D400 für befahrbare Flächen und Strassen. Bei Schmutzwasserschächten sind Deckel geruchsdicht und verschraubt.
Im Kanton Zürich prüfen die Bauämter beim Baugesuch, ob die Schächte richtig gesetzt sind. In Gemeinden wie Uster oder Dübendorf wird zudem verlangt, dass jeder Schacht eingemessen und im Leitungskataster erfasst wird. Der Deckel muss bündig mit dem fertigen Belag liegen; das erfordert eine gute Abstimmung mit dem Strassen- oder Umgebungsbauer. Ein Schacht, der zwei Zentimeter übersteht, ist eine Stolperfalle und wird bei der Abnahme beanstandet.
Typische Fehler sind Schächte ohne ausgeformtes Gerinne, schlecht abgedichtete Rohranschlüsse, ein Deckel der falschen Belastungsklasse oder Schächte, die unter dem Belag «verschwinden», weil niemand die Deckelhöhe angepasst hat. Als Richtwert kostet ein PP-Kontrollschacht DN 600 inklusive Aushub, Setzen, Anschluss und Deckel CHF 1'800 bis CHF 3'500. Ein begehbarer Betonschacht DN 1000 mit Konus liegt bei CHF 4'000 bis CHF 8'000. Swiss Group Constructions setzt Kontrollschächte im Rahmen von Kanalisations- und Werkleitungsarbeiten.
Beispiel: Kontrollschächte für ein Reihenhaus in Pfäffikon
Bei einem Reihenhaus mit vier Einheiten in Pfäffikon führte die alte Schmutzwasserleitung ohne einzigen Schacht über 55 Meter zum Strassenkanal. Eine Verstopfung liess sich nicht lokalisieren. Im Rahmen der Sanierung wurden drei PP-Kontrollschächte DN 600 gesetzt: einer an der Hausecke mit Richtungsänderung, einer in der Mitte der Leitung und einer als Anschlussschacht vor der Grundstücksgrenze. Alle Deckel wurden auf Klasse B125 ausgelegt, da nur der Vorplatz betroffen ist. Die Leitung kann nun gespült und mit der Kamera kontrolliert werden. Kosten: rund CHF 9'500 inklusive Wiederherstellung.
Wo muss ein Kontrollschacht gesetzt werden?
Nach SN 592000 an jeder Richtungsänderung über 45 Grad, bei Gefällswechseln, an Zusammenführungen von Leitungen und vor der Grundstücksgrenze. Zwischen zwei Schächten dürfen bei Hausanschlussleitungen höchstens 40 bis 60 Meter liegen, damit die Leitung mit Spülschlauch und Kamera erreichbar bleibt.
Welcher Schachtdeckel ist der richtige?
Die Belastungsklasse richtet sich nach der Nutzung der Fläche: A15 für Gartenflächen, B125 für Vorplätze und Gehwege, D400 für Strassen und befahrbare Flächen. Schmutzwasserschächte erhalten geruchsdichte, verschraubte Deckel. Der Deckel muss bündig mit dem fertigen Belag liegen.
Was kostet ein Kontrollschacht?
Als Richtwert kostet ein Kunststoffschacht DN 600 inklusive Aushub, Setzen, Anschluss und Deckel CHF 1'800 bis CHF 3'500. Ein begehbarer Betonschacht DN 1000 liegt bei CHF 4'000 bis CHF 8'000. Bei Sanierungen kommen Belagsaufbruch und Wiederherstellung hinzu.
Das setzen wir für Sie um.
01BauKanalisationsarbeiten
Kanalisationsarbeiten umfassen Bau, Anschluss und Sanierung von Abwasserleitungen zwischen Gebäude und öffentlichem Kanal.
02BauEntwässerung
Entwässerung sorgt dafür, dass Regen-, Hang- und Sickerwasser kontrolliert vom Gebäude ferngehalten, versickert oder gedrosselt abgeleitet wird.
03BauWerkleitungsbau
Werkleitungsbau bezeichnet die Erschliessung eines Grundstücks mit den Medien der Versorgungswerke: Wasser, Strom, Gas, Fernwärme, Telekom und Glasfaser.
Kontrollschacht: Wir setzen es um.
Begehung vor Ort, verbindliche Offerte, ein Ansprechpartner — für Bau, Tiefbau und Reinigung im Kanton Zürich.
