Dichtheitsprüfung — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Dichtheitsprüfung

Die Dichtheitsprüfung weist mit Wasser oder Luft nach, dass eine Abwasserleitung oder ein Schacht kein Abwasser verliert und kein Fremdwasser aufnimmt. Sie wird vor dem Verfüllen des Grabens ausgeführt und protokolliert.

DichtheitsprobeDruckprüfungLeitungsprüfungDichtheitsnachweis
Was bedeutet Dichtheitsprüfung?

Dichtheitsprüfung im Detail.

Eine undichte Kanalisation verschmutzt Boden und Grundwasser und lässt umgekehrt Sickerwasser in die Leitung laufen, das die Kläranlage unnötig belastet. Die Dichtheitsprüfung macht diesen Zustand messbar. Geprüft wird ein abgeschlossener Leitungsabschnitt zwischen zwei Schächten oder ein einzelner Schacht: Die Enden werden mit Blasen verschlossen, das System unter Druck gesetzt und über eine definierte Zeit beobachtet. Fällt der Druck stärker als zulässig oder muss Wasser nachgefüllt werden, gilt die Prüfung als nicht bestanden.

Es gibt zwei Verfahren. Bei der Wasserprüfung wird der Abschnitt gefüllt und der Wasserverlust über 15 bis 30 Minuten gemessen; sie ist aussagekräftig, aber aufwendig und braucht viel Wasser. Bei der Luftprüfung wird ein Überdruck aufgebaut und der Druckabfall gemessen; sie geht schnell, reagiert aber empfindlich auf Temperatur und Restfeuchte im Rohr. Für Schächte und kurze Hausanschlussleitungen ist die Wasserprüfung üblich, für längere neue Kanalabschnitte im Werkleitungsbau die Luftprüfung.

Massgebend sind die Norm SN EN 1610 für den Einbau und die Prüfung von Abwasserleitungen sowie die SN 592000 für die private Liegenschaftsentwässerung. Sie legen Prüfdruck, Prüfdauer und zulässige Verlustwerte fest. Die Prüfung erfolgt zwingend vor dem Verfüllen und Verdichten des Grabens, weil eine Leckstelle danach nur mit erneutem Aufgraben zu finden ist. Das Protokoll mit Datum, Abschnitt, Verfahren, Druckwerten und Ergebnis gehört zur Bauabrechnung und wird der Gemeinde eingereicht.

Im Kanton Zürich verlangen die meisten Gemeinden bei Neubauten und bei sanierten Anschlussleitungen ein Dichtheitsprotokoll, oft zusammen mit einer TV-Aufnahme. In Gebieten mit hohem Grundwasserstand, etwa im Glatttal oder entlang der Flusstäler, ist das Thema Fremdwasser besonders heikel: Undichte Leitungen können die Abwassermenge der Gemeinde spürbar erhöhen. Bei Altbauten wird die Dichtheit häufig erst nach einer Kamerainspektion geprüft, wenn der Verdacht auf Risse oder offene Muffen besteht.

Typische Fehler sind Prüfungen an noch nicht abgebundenen Schachtanschlüssen, ungenügend gesetzte Absperrblasen, die selbst Luft verlieren, und die Prüfung nach dem Verfüllen. Ein häufiger Praxisfehler ist auch, dass Anschlüsse von Dachwasser oder Sickerleitungen vergessen und nicht mitgeprüft werden. Als Richtwert kostet eine Dichtheitsprüfung eines Abschnitts CHF 350 bis CHF 800, bei mehreren Abschnitten in einer Kampagne deutlich weniger pro Einheit. Swiss Group Constructions plant die Prüfung fest in den Bauablauf ein, bevor der Graben geschlossen wird.

Aus der Praxis

Beispiel: Neubau in Rüti ZH

Bei einem Neubau in Rüti wird die neue Schmutzwasserleitung DN 160 vom Kontrollschacht bis zur Gemeindeleitung geprüft. Die Strecke von 22 Metern wird an beiden Enden mit Blasen verschlossen und mit Wasser gefüllt. Nach 30 Minuten liegt der Nachfüllbedarf unter dem zulässigen Wert. Ein zweiter Abschnitt fällt durch: Eine Muffe wurde beim Verlegen nicht ganz eingeschoben. Sie wird freigelegt, korrekt gesteckt und erneut geprüft. Erst danach wird der Graben lagenweise verfüllt.

Häufige Fragen

Fragen zu Dichtheitsprüfung.

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Wann wird die Dichtheitsprüfung gemacht?

Nach dem Verlegen und vor dem Verfüllen des Grabens. Nur so lässt sich eine Leckstelle ohne erneutes Aufgraben beheben. Bei bestehenden Leitungen wird sie meist nach einer Kamerainspektion angesetzt, wenn Risse oder offene Muffen vermutet werden.

Wasser oder Luft — welches Verfahren ist besser?

Die Wasserprüfung nach SN EN 1610 ist genauer und weniger störanfällig, braucht aber Zeit und Wasser. Die Luftprüfung ist schneller, reagiert jedoch empfindlich auf Temperatur und Restfeuchte. Für Schächte und kurze Hausanschlüsse ist Wasser üblich, für lange Kanalabschnitte Luft.

Was kostet eine Dichtheitsprüfung?

Als Richtwert CHF 350 bis CHF 800 pro Abschnitt inklusive Absperrblasen, Prüfung und Protokoll. Werden mehrere Abschnitte in einem Termin geprüft, sinkt der Preis pro Einheit deutlich. Wird die Prüfung mit einer TV-Inspektion kombiniert, entfällt eine zweite Anfahrt.

Dichtheitsprüfung: Wir setzen es um.

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