Werkleitung — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Werkleitung

Werkleitungen sind alle unterirdischen Versorgungs- und Entsorgungsleitungen: Wasser, Abwasser, Gas, Strom, Fernwärme und Telekommunikation. Sie werden von den Werken der Gemeinde oder privaten Versorgern betrieben und liegen meist unter der Strasse.

VersorgungsleitungMedienleitungInfrastrukturleitungErschliessungsleitung
Was bedeutet Werkleitung?

Werkleitung im Detail.

Der Begriff Werkleitung fasst alle Leitungen zusammen, die ein Gebäude oder ein Quartier mit Medien versorgen oder entsorgen. Dazu gehören Trinkwasserleitungen, Kanalisation, Erdgas, Stromkabel für Nieder- und Mittelspannung, Fernwärmerohre, Glasfaser- und Kupferkabel sowie die öffentliche Beleuchtung. Der Name kommt von den «Werken», also den Gemeindewerken oder Elektrizitätswerken, die diese Netze betreiben. Im Strassenraum liegen die Werkleitungen in einer festgelegten Ordnung nebeneinander, damit jede Leitung für Reparaturen erreichbar bleibt.

Jede Medienart hat eigene Anforderungen an Verlegetiefe, Bettung und Abstand. Trinkwasserleitungen liegen frostsicher ab 1.2 Metern Tiefe, Gasleitungen mindestens 0.8 Meter, Stromkabel 0.6 bis 0.8 Meter in Sand gebettet, Fernwärme in gedämmten Rohren ab 0.6 Metern. Zwischen Gas und Strom ist ein Abstand einzuhalten, Trinkwasser darf nicht unter der Kanalisation liegen. Die Regeln stammen von den Verbänden SVGW für Wasser und Gas, VSE für Strom, VSA für Abwasser und SIA 205 für die Koordination von Leitungen im Strassenraum.

Der Werkleitungsbau umfasst das Öffnen des Belags, den Grabenaushub mit Sicherung, das Verlegen der Rohre oder Kabelschutzrohre, die Bettung in Sand, das Einmessen, das Hinterfüllen in Lagen mit Verdichtung und die Wiederherstellung des Belags. Weil Strassen im Kanton Zürich nach einer Sanierung mehrere Jahre Aufbruchsperre haben, koordinieren die Gemeinden alle Werke, damit möglichst alle Leitungen in einem Graben verlegt werden. Wer während der Sperrfrist aufbrechen will, zahlt einen Zuschlag.

Vor jedem Aushub im Strassenraum ist eine Leitungsauskunft bei der Gemeinde und den Werken einzuholen. Der Leitungskataster zeigt die bekannte Lage, ist aber nie vollständig. Im Bereich bekannter Leitungen wird von Hand oder mit Saugbagger gearbeitet. Ein beschädigtes Mittelspannungskabel oder eine getroffene Gasleitung ist lebensgefährlich und wird teuer: Die Werke stellen Reparatur und Ausfall in Rechnung. Die SUVA-Regeln zur Baustellensicherheit gelten auch für Werkleitungsgräben.

Typische Fehler sind das Verlegen ohne Sandbettung, zu geringe Überdeckung, fehlendes Warnband über Kabeln, unvollständige Einmessung und das Verdichten mit zu schwerem Gerät direkt über den Rohren. Als Richtwert kostet ein Werkleitungsgraben in der Strasse inklusive Belagsaufbruch, Aushub, Bettung, Hinterfüllung und Wiederherstellung CHF 250 bis CHF 500 pro Laufmeter, ohne die Rohre und Kabel selbst. Im Wiesland ohne Belag liegen die Kosten bei CHF 80 bis CHF 180 pro Laufmeter. Swiss Group Constructions führt Werkleitungsbau für Gemeinden, Werke und Private im Kanton Zürich aus.

Aus der Praxis

Beispiel: Werkleitungsgraben für eine Überbauung in Hinwil

Für eine neue Überbauung mit drei Mehrfamilienhäusern in Hinwil mussten Wasser, Abwasser, Strom, Glasfaser und Fernwärme von der Gemeindestrasse zu den Gebäuden geführt werden. Der gemeinsame Werkleitungsgraben war 65 Meter lang und bis 1.6 Meter tief. Zuunterst lag die Kanalisation DN 200, seitlich die Wasserleitung DN 100 in 1.3 Metern Tiefe, darüber die Fernwärmerohre und zuoberst in 0.7 Metern Tiefe die Kabelschutzrohre für Strom und Glasfaser mit Warnband. Alle Leitungen wurden vor dem Hinterfüllen vom Geometer eingemessen. Die Wiederherstellung der Strasse erfolgte mit einem Belag in zwei Schichten.

Häufige Fragen

Fragen zu Werkleitung.

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Wie tief liegen Werkleitungen?

Trinkwasser liegt frostsicher ab 1.2 Metern, Kanalisation je nach Gefälle 1 bis 3 Meter, Gas ab 0.8 Metern, Stromkabel und Telekommunikation in Schutzrohren 0.6 bis 0.8 Meter, Fernwärme ab 0.6 Metern. Die genaue Tiefe richtet sich nach den Vorgaben der Werke und der Belastung der Fläche.

Was muss ich vor einem Aushub abklären?

Vor jedem Aushub ist eine Leitungsauskunft bei der Gemeinde und den Werken einzuholen. Der Leitungskataster zeigt die bekannten Leitungen. Im Bereich von Leitungen wird von Hand oder mit Saugbagger gegraben. Beschädigungen an Gas- oder Stromleitungen sind gefährlich und werden dem Verursacher verrechnet.

Was kostet ein Werkleitungsgraben?

Als Richtwert kostet ein Graben in einer Strasse inklusive Belagsaufbruch, Aushub, Sandbettung, Hinterfüllung und Wiederherstellung CHF 250 bis CHF 500 pro Laufmeter. Im Wiesland ohne Belag sind es CHF 80 bis CHF 180. Die Rohre, Kabel und die Arbeiten der Werke kommen dazu.

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