
Fernwärme-Anschluss
Ein Fernwärme-Anschluss verbindet ein Gebäude über gedämmte, erdverlegte Rohre mit einem Wärmenetz, das Heizwärme und Warmwasser von einer zentralen Anlage liefert. Er ersetzt die eigene Heizung im Haus.
Fernwärme-Anschluss im Detail.
Beim Fernwärme-Anschluss wird ein Gebäude an ein Wärmeverbundnetz angeschlossen. Heisses Wasser fliesst vom Heizwerk, etwa einer Kehrichtverbrennung, einer Holzschnitzelanlage oder einer Grundwasserwärmepumpe, in einem Vorlaufrohr zum Gebäude und im Rücklaufrohr abgekühlt zurück. Im Haus überträgt eine Übergabestation mit Wärmetauscher die Energie an die Heizung. Der Tiefbau-Anteil besteht aus dem Graben von der Hauptleitung bis zur Hauseinführung, der Bettung der Rohre und der Wiederherstellung.
Die Rohre sind Kunststoffmantelverbundrohre: ein Stahl- oder PE-Mediumrohr, eine PUR-Dämmung und ein PE-Aussenmantel. Für Hausanschlüsse werden oft flexible Doppelrohre eingesetzt, bei denen Vor- und Rücklauf in einem Mantel liegen. Nennweiten für Wohnhäuser liegen bei DN 25 bis DN 50. Die Verlegetiefe beträgt in der Regel 0.6 bis 1 Meter. Die Rohre werden in Sand gebettet, die Muffen an den Verbindungsstellen werden vom Wärmenetzbetreiber geschweisst und nachgedämmt.
Der Bau folgt den Vorgaben des Wärmenetzbetreibers und den Regeln des Verbandes Fernwärme Schweiz sowie SIA 384. Weil die Rohre sich bei Temperaturwechsel ausdehnen, werden Dehnungspolster an Bögen eingebaut. Die Hauseinführung muss gas- und wasserdicht sein. Vor dem Hinterfüllen prüft der Netzbetreiber die Rohrverbindungen mit einer Druckprobe und lässt die Leitung einmessen. Das Kabel für die Leckortung im Dämmmantel wird an die Übergabestation geführt.
Im Kanton Zürich entstehen derzeit in vielen Gemeinden neue Wärmeverbünde, unter anderem in Wetzikon, Uster, Dübendorf und Winterthur, um Öl- und Gasheizungen zu ersetzen. Die kommunale Energieplanung legt fest, welche Gebiete für Fernwärme vorgesehen sind. Liegt ein Gebäude in einem Fernwärmegebiet, prüfen Bauherren bei Heizungsersatz zuerst diesen Anschluss. Der Netzbetreiber gibt den Anschlusspunkt vor; der Graben auf dem Grundstück wird vom Bauherrn beauftragt.
Typische Fehler sind Gräben mit zu engen Radien für die steifen Rohre, fehlende Sandbettung, Beschädigung des Aussenmantels beim Hinterfüllen und eine zu späte Anmeldung beim Netzbetreiber, die den Anschluss um eine Heizsaison verzögert. Als Richtwert kostet der Tiefbau-Anteil eines Fernwärme-Anschlusses für ein Einfamilienhaus inklusive Graben, Bettung, Hauseinführung und Wiederherstellung CHF 8'000 bis CHF 18'000, je nach Länge und Belag. Die Anschlussgebühr des Betreibers und die Übergabestation kommen hinzu. Swiss Group Constructions führt die Grabarbeiten für Fernwärme-Anschlüsse im Zürcher Oberland aus.
Beispiel: Fernwärme-Anschluss für ein Mehrfamilienhaus in Uster
Ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen in Uster ersetzte die Ölheizung durch einen Anschluss an den neuen Wärmeverbund. Von der Hauptleitung unter dem Trottoir bis zur Kellerwand wurde ein 14 Meter langer Graben ausgehoben, davon 4 Meter durch die asphaltierte Zufahrt. Ein flexibles Doppelrohr DN 40 wurde in Sand gebettet, mit grossem Radius zur Hauseinführung geführt und dort mit einer Dichtungseinlage abgedichtet. Der Netzbetreiber schweisste die Anschlussmuffe, führte die Druckprobe durch und mass die Leitung ein. Nach dem Hinterfüllen wurde die Zufahrt neu asphaltiert. Die Grabarbeiten dauerten drei Tage.
Was kostet der Fernwärme-Anschluss?
Der Tiefbau-Anteil mit Graben, Rohrbettung, Hauseinführung und Wiederherstellung kostet als Richtwert CHF 8'000 bis CHF 18'000 für ein Einfamilienhaus. Dazu kommen die Anschlussgebühr des Netzbetreibers und die Übergabestation im Haus. Gemeinden und Kanton Zürich unterstützen den Ersatz fossiler Heizungen mit Förderbeiträgen.
Wie tief liegen Fernwärmerohre?
Üblich sind 0.6 bis 1 Meter Überdeckung, unter Strassen etwas mehr. Die Rohre liegen in einer Sandbettung und dürfen beim Hinterfüllen nicht mit Steinen in Kontakt kommen, weil der PE-Mantel sonst beschädigt wird. Die genauen Vorgaben macht der Wärmenetzbetreiber.
Wie lange dauert der Anschluss?
Die Grabarbeiten dauern je nach Länge zwei bis fünf Tage. Entscheidend ist die Planung: Der Netzbetreiber muss den Anschluss in sein Bauprogramm aufnehmen, was Monate Vorlauf braucht. Wer im Sommer anmeldet, hat gute Chancen auf einen Anschluss vor der nächsten Heizsaison.
Das setzen wir für Sie um.
01BauWerkleitungsbau
Werkleitungsbau bezeichnet die Erschliessung eines Grundstücks mit den Medien der Versorgungswerke: Wasser, Strom, Gas, Fernwärme, Telekom und Glasfaser.
02BauLeitungsbau
Leitungsbau ist die technische Verlegung von Rohren und Kabelschutzrohren im Graben: Grabenprofil, Rohrbett, Verlegung, Umhüllung, Warnband und lagenweise Verdichtung.
03BauAushubarbeiten
Aushubarbeiten bezeichnen das maschinelle Lösen von Boden, das Laden und den Abtransport inklusive Entsorgung.
Fernwärme-Anschluss: Wir setzen es um.
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