Leitungskataster — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Leitungskataster

Der Leitungskataster ist das digitale Planwerk, in dem Lage, Tiefe, Material und Dimension aller unterirdischen Werkleitungen einer Gemeinde oder eines Werks erfasst sind. Er ist die Grundlage jeder Leitungsauskunft vor Grabarbeiten.

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Was bedeutet Leitungskataster?

Leitungskataster im Detail.

Der Leitungskataster dokumentiert, wo im Boden welche Leitungen liegen. Für jede Leitung sind Verlauf, Verlegetiefe, Durchmesser, Material, Baujahr und Eigentümer hinterlegt, meist in einem geografischen Informationssystem (GIS). Gemeinden führen einen Kataster für Wasser, Abwasser und öffentliche Beleuchtung; Elektrizitätswerke, Gasversorger, Fernwärmebetreiber und Telekomanbieter führen eigene Kataster. Der Werkleitungskataster einer Gemeinde fasst diese Daten oft zusammen und stellt sie Planern und Bauunternehmen zur Verfügung.

Man unterscheidet den Leitungskataster der öffentlichen Netze und den Kataster der privaten Liegenschaftsentwässerung. Für die Kanalisation ist der Kataster Teil des Generellen Entwässerungsplans (GEP). In vielen Zürcher Gemeinden ist der Kataster online im kommunalen oder kantonalen GIS-Browser einsehbar. Für die genaue Lage im Baufeld wird trotzdem eine formelle Leitungsauskunft bei jedem Werk eingeholt, weil die Onlinepläne oft nur eine Übersicht ohne Tiefenangaben zeigen.

Die Datengrundlage liefert die Einmessung: Jede neue oder geänderte Leitung muss vor dem Hinterfüllen in offener Baugrube durch einen Geometer oder mit GNSS-Rover eingemessen werden. Das schreiben die Gemeinden in ihren Abwasser- und Wasserreglementen sowie SN 592000 vor. Ohne Einmessung wird die Leitung nicht in den Kataster übernommen und der Bauherr riskiert, dass die Abnahme verweigert wird. Die Genauigkeit einer korrekten Einmessung liegt bei wenigen Zentimetern.

Im Kanton Zürich stellt der Kanton über das GIS-ZH viele Grundlagen bereit, die kommunalen Werkleitungskataster liegen bei den Gemeinden und den Werken wie EKZ oder den Stadtwerken. Vor einem Aushub in Wetzikon, Uster oder Winterthur werden Planauszüge angefordert und auf der Baustelle mitgeführt. Trotzdem gilt: Der Kataster ist nie vollständig. Alte Hausanschlüsse, stillgelegte Leitungen oder private Drainagen fehlen häufig. Im Zweifel wird sondiert oder mit dem Saugbagger freigelegt.

Typische Fehler sind das Graben ohne Leitungsauskunft, das blinde Vertrauen in die Katasterlage bei alten Leitungen und die vergessene Einmessung, bevor der Graben zu ist. Wer eine eingezeichnete Leitung beschädigt, haftet; wer eine nicht eingezeichnete Leitung trifft, kann sich meist entlasten, sofern die Auskunft eingeholt wurde. Als Richtwert kostet eine Einmessung durch den Geometer CHF 400 bis CHF 1'200 pro Objekt, die Leitungsauskunft ist bei den meisten Werken kostenlos. Swiss Group Constructions holt vor jedem Aushub die Leitungsauskunft ein und lässt neue Leitungen für den Kataster einmessen.

Aus der Praxis

Beispiel: Leitungsauskunft vor dem Aushub in Wetzikon

Vor dem Baugrubenaushub für ein Mehrfamilienhaus in Wetzikon wurden Planauszüge aus dem Werkleitungskataster der Gemeinde, der EKZ und des Telekomanbieters eingeholt. Der Kataster zeigte eine Wasserleitung DN 150 und ein Mittelspannungskabel entlang der Strasse, beide etwa 1.5 Meter vom Baufeld entfernt. Der Bagger arbeitete in diesem Bereich mit Grabenlöffel ohne Zähne, die letzten 50 Zentimeter wurden von Hand freigelegt. Dabei kam eine im Kataster nicht verzeichnete Drainageleitung des Nachbarn zum Vorschein, die fachgerecht umgelegt und anschliessend eingemessen wurde.

Häufige Fragen

Fragen zu Leitungskataster.

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Wo bekomme ich eine Leitungsauskunft?

Bei der Gemeinde für Wasser und Abwasser, beim Elektrizitätswerk für Strom, beim Gas- oder Fernwärmeversorger und bei den Telekomanbietern. Viele Gemeinden im Kanton Zürich bieten den Werkleitungskataster online an. Für den Aushub wird trotzdem ein aktueller Planauszug bei jedem Werk angefordert.

Ist der Leitungskataster verbindlich?

Nein. Der Kataster zeigt die bekannte Lage, ist aber nie vollständig und bei alten Leitungen ungenau. Wer nach Auskunft eine eingezeichnete Leitung beschädigt, haftet. Bei unbekannten Leitungen kann sich der Unternehmer entlasten, sofern die Auskunft eingeholt und sorgfältig gearbeitet wurde.

Warum muss meine neue Leitung eingemessen werden?

Damit sie in den Leitungskataster übernommen wird und bei späteren Grabarbeiten gefunden werden kann. Die Gemeinden verlangen die Einmessung vor dem Hinterfüllen als Voraussetzung für die Abnahme. Nachträglich ist die Lage nur noch mit Sondierungen oder Ortungsgeräten ungenau zu bestimmen.

Leitungskataster: Wir setzen es um.

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