Grundwasserabsenkung — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Grundwasserabsenkung

Die Grundwasserabsenkung senkt den Grundwasserspiegel im Bereich einer Baugrube vorübergehend ab, indem Wasser über Filterbrunnen oder Wellpoint-Anlagen abgepumpt wird. So kann die Baugrube unterhalb des natürlichen Grundwasserspiegels trocken ausgehoben und betoniert werden.

Grundwasserhaltunggeschlossene WasserhaltungWellpoint-AnlageFilterbrunnenanlage
Was bedeutet Grundwasserabsenkung?

Grundwasserabsenkung im Detail.

Liegt die Baugrubensohle unter dem Grundwasserspiegel, strömt Wasser von allen Seiten und von unten in die Grube. Eine offene Wasserhaltung reicht dann nicht mehr aus, weil das strömende Wasser die Sohle aufweicht und Feinanteile ausschwemmt. Die Grundwasserabsenkung setzt ausserhalb oder am Rand der Grube an: Brunnen oder Filterlanzen pumpen das Wasser ab, bevor es die Grube erreicht, und erzeugen einen Absenktrichter, der die Sohle mindestens 50 cm über dem abgesenkten Spiegel trocken hält.

Zwei Verfahren sind üblich. Filterbrunnen sind Bohrungen mit 30 bis 60 cm Durchmesser, in die ein Filterrohr mit Kiesummantelung und eine Unterwasserpumpe eingesetzt werden; sie eignen sich für durchlässige Kiesböden und grosse Absenktiefen. Wellpoint-Anlagen (Vakuumlanzen) bestehen aus vielen dünnen Filterlanzen im Abstand von 1 bis 2 m, die an eine Vakuumpumpe angeschlossen sind; sie eignen sich für Sande und feinkörnige Böden bis etwa 4 bis 5 m Absenkung. In sehr durchlässigem Kies mit hohem Zufluss wird die Absenkung oft mit einer Spundwand kombiniert, um die Wassermenge zu begrenzen.

Die Grundwasserabsenkung ist ein Eingriff in das Grundwasser und deshalb bewilligungspflichtig. Im Kanton Zürich prüft das AWEL das Gesuch nach Gewässerschutzgesetz: Wie viel Wasser wird gefördert, wohin wird es eingeleitet, und welche Auswirkungen hat der Absenktrichter auf Nachbargebäude, Brunnen und Gewässer? Denn die Absenkung senkt den Wasserspiegel auch unter den Nachbarparzellen, was bei setzungsempfindlichen Böden zu Setzungen an bestehenden Gebäuden führen kann. Ein hydrogeologisches Gutachten und Pegelmessungen sind Standard.

Praxis im Kanton Zürich: In Grundwasserschutzzonen und in Gebieten mit Trinkwasserfassungen sind Absenkungen stark eingeschränkt oder verboten. Im Glatttal, Limmattal und Tösstal, wo der Grundwasserstrom stark ist, muss oft mit mehreren hundert Litern pro Minute gerechnet werden. Alternativen zur Absenkung sind eine wasserdichte Baugrube mit Spundwand und Unterwasserbetonsohle, Düsenstrahlsohlen oder das Verzichten auf den Keller. Bei kleinen Absenktiefen unter 1 m ist die Wellpoint-Anlage meist die wirtschaftlichste Lösung.

Typische Fehler sind das Unterschätzen der Wassermenge, fehlende Notstromversorgung (ein Stromausfall flutet die Grube innert Stunden), zu spätes Einholen der Bewilligung und fehlende Setzungsüberwachung bei Nachbargebäuden. Richtwerte: Wellpoint-Anlage für ein Einfamilienhaus CHF 15'000 bis CHF 30'000 für sechs bis acht Wochen; Filterbrunnenanlage für ein Mehrfamilienhaus CHF 40'000 bis CHF 120'000 inklusive Bohrungen, Pumpen und Betrieb. Swiss Group Constructions koordiniert Grundwasserabsenkungen mit Spezialisten und führt den Aushub im abgesenkten Bereich mit dem eigenen Team aus.

Aus der Praxis

Beispiel: Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage in Volketswil

Für ein Mehrfamilienhaus in Volketswil liegt die Baugrubensohle bei 4.8 m, der Grundwasserspiegel bei 3.2 m unter Terrain. Der Boden ist sandiger Kies. Das hydrogeologische Gutachten rechnet mit 400 Litern pro Minute. Rund um die Grube werden sechs Filterbrunnen 9 m tief gebohrt und mit Unterwasserpumpen bestückt, ein Notstromaggregat steht bereit. Das Wasser geht über ein Absetzbecken in den nahen Bach, bewilligt durch das AWEL. Pegelrohre am Nachbargebäude werden täglich abgelesen. Nach sieben Wochen ist die Bodenplatte betoniert und die Anlage wird abgestellt.

Häufige Fragen

Fragen zu Grundwasserabsenkung.

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Braucht eine Grundwasserabsenkung eine Bewilligung?

Ja, im Kanton Zürich ist sie beim AWEL zu beantragen. Das Gesuch umfasst Fördermenge, Dauer, Einleitstelle und ein hydrogeologisches Gutachten. In Grundwasserschutzzonen ist die Absenkung meist nicht möglich. Die Bearbeitung dauert mehrere Wochen und sollte früh mit dem Baugesuch eingereicht werden.

Wie tief kann das Grundwasser abgesenkt werden?

Mit Wellpoint-Anlagen etwa 4 bis 5 m pro Stufe, mit Filterbrunnen deutlich mehr. Die Sohle soll mindestens 50 cm über dem abgesenkten Spiegel liegen. Die erreichbare Tiefe hängt von der Durchlässigkeit des Bodens, der Anzahl Brunnen und der Pumpenleistung ab.

Kann eine Grundwasserabsenkung Nachbarhäuser beschädigen?

Ja, wenn der Absenktrichter unter setzungsempfindliche Böden wie Torf oder weichen Ton reicht, können Setzungen entstehen. Deshalb werden Pegelrohre und Setzungsmarken an Nachbargebäuden installiert und regelmässig abgelesen. In kritischen Fällen wird eine Spundwand als Abschirmung gesetzt.

Grundwasserabsenkung: Wir setzen es um.

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