Spundwand — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Spundwand

Eine Spundwand ist eine Baugrubensicherung aus ineinander verzahnten Stahlprofilen (Spundbohlen), die in den Boden gerammt, gerüttelt oder gepresst werden. Sie ist wasserdicht und eignet sich deshalb für Baugruben im Grundwasser und an Gewässern.

SpundbohlenwandStahlspundwandLarssenwand
Was bedeutet Spundwand?

Spundwand im Detail.

Spundwände bestehen aus U- oder Z-förmigen Stahlbohlen, die über ein Schloss miteinander verbunden sind. Die Bohlen werden vor dem Aushub in den Boden eingebracht und bilden eine durchgehende, weitgehend wasserdichte Wand. Danach wird die Baugrube innerhalb der Wand ausgehoben. Die Wand hält durch ihre Einbindung unterhalb der Grubensohle und bei grösseren Tiefen durch Anker oder Spriesslagen. Nach dem Bau können die Bohlen gezogen und wiederverwendet werden, was sie zur mietbaren Sicherung macht.

Es gibt drei Einbringverfahren. Rammen ist schnell, aber laut und erschütterungsintensiv. Vibrieren (Einrütteln) ist Standard bei Kies und Sand, verursacht aber Erschütterungen, die Nachbargebäude schädigen können. Pressen ist erschütterungsfrei und leise, dafür langsamer und teurer; es wird in Wohngebieten und neben empfindlichen Bauten eingesetzt. In Böden mit Findlingen oder Fels sind Spundwände oft nicht einbringbar, dann kommt eine Rühlwand oder Bohrpfahlwand zum Zug.

Die Bemessung erfolgt nach SIA 267 «Geotechnik» und SIA 263 «Stahlbau». Wichtig ist die Einbindetiefe unter der Sohle: Sie sichert nicht nur die Standfestigkeit, sondern verhindert auch den hydraulischen Grundbruch, wenn Grundwasser unter der Wand hindurch in die Grube strömt. Bei Baugruben im Grundwasser gehört die Spundwand deshalb zu einem Gesamtkonzept mit Wasserhaltung oder einer Dichtsohle. Lärm- und Erschütterungsvorschriften der Gemeinde und der SUVA sind bei der Wahl des Verfahrens zu beachten.

Im Kanton Zürich werden Spundwände vor allem im Glatttal, Limmattal und entlang von Bächen und Seen eingesetzt, wo der Grundwasserspiegel hoch liegt: Dübendorf, Volketswil, Uster am Greifensee, Rapperswil-Jona am Zürichsee. Auch bei Pumpwerken, Regenbecken und Unterführungen sind sie üblich. Der Einsatz im Grundwasser ist bewilligungspflichtig, das AWEL prüft die Auswirkungen auf den Grundwasserstrom. Temporäre Spundwände sind gängig und werden nach Bauende wieder gezogen.

Häufige Fehler sind das Unterschätzen von Erschütterungsschäden an Nachbarbauten, fehlende Beweissicherung, Schlossaufbrüche in schwierigem Boden und eine zu geringe Einbindetiefe. Richtwerte: Eine gemietete, gerüttelte Spundwand kostet CHF 350 bis CHF 600 pro m² Ansichtsfläche inklusive Einbringen und Ziehen; gepresste Wände liegen bei CHF 600 bis CHF 900 pro m². Dazu kommen Baustelleninstallation, Anker und Gurtungen. Swiss Group Constructions plant Spundwand-Baugruben mit Spezialtiefbaupartnern und übernimmt Aushub, Wasserhaltung und Hinterfüllung.

Aus der Praxis

Beispiel: Pumpwerk in Dübendorf

Für ein Abwasserpumpwerk in Dübendorf muss eine 6 m tiefe Baugrube von 8 × 6 m im Kiesboden erstellt werden; das Grundwasser steht bei 2.5 m unter Terrain. Rund um die Grube werden Spundbohlen 10 m tief eingepresst, weil ein Wohnhaus nur 6 m entfernt steht. Eine Spriesslage aus Stahlträgern steift die Wand auf halber Höhe aus. Innerhalb der Wand senken zwei Filterbrunnen das Restwasser ab. Nach dem Bau des Pumpwerks werden die Bohlen gezogen und die Grube mit Kies hinterfüllt.

Häufige Fragen

Fragen zu Spundwand.

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Wann ist eine Spundwand die richtige Baugrubensicherung?

Immer dann, wenn die Baugrube ins Grundwasser reicht oder Wasser von aussen ferngehalten werden muss, etwa an Bächen und Seen. Auch bei weichen, nicht standfesten Böden ist sie sinnvoll. In Fels oder Böden mit grossen Steinen lässt sie sich nicht einbringen.

Verursacht eine Spundwand Schäden an Nachbarhäusern?

Gerammte und gerüttelte Spundwände erzeugen Erschütterungen, die bei nahen Gebäuden Risse verursachen können. In Wohngebieten wird deshalb gepresst, was praktisch erschütterungsfrei ist. Eine Beweissicherung und Erschütterungsmessungen während des Einbringens sind bei Abständen unter 10 m empfehlenswert.

Was kostet eine Spundwand pro Quadratmeter?

Als Richtwert CHF 350 bis CHF 600 pro m² Ansichtsfläche für gemietete, gerüttelte Bohlen inklusive Einbringen und Ziehen. Gepresste Wände kosten CHF 600 bis CHF 900 pro m². Verbleibende Spundwände, die nicht gezogen werden, sind wegen des Stahlpreises deutlich teurer.

Spundwand: Wir setzen es um.

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