
Rühlwand
Eine Rühlwand ist eine Baugrubensicherung aus vertikalen Stahlträgern, die in Bohrlöcher gestellt oder gerammt werden, und einer Ausfachung aus Holzbohlen oder Spritzbeton dazwischen. Sie ist die häufigste Verbauart für trockene Baugruben in der Schweiz.
Rühlwand im Detail.
Die Rühlwand – in Deutschland «Berliner Verbau» – wird vor dem Aushub vorbereitet: Im Abstand von 1.5 bis 3 m werden Stahlträger (meist HEB- oder IPE-Profile) in Bohrlöcher gestellt und im Fuss mit Magerbeton fixiert oder direkt in den Boden gerammt. Beim anschliessenden Aushub wird lagenweise zwischen die Trägerflansche eine Ausfachung eingebaut, klassisch aus Holzbohlen, heute oft aus bewehrtem Spritzbeton. Der Erddruck geht über die Ausfachung in die Träger und von dort in die Einbindung oder in Anker.
Rühlwände gibt es in zwei Grundformen. Die frei auskragende Wand kommt ohne Anker aus und ist bis etwa 3 bis 4 m Tiefe möglich, wenn die Träger tief genug einbinden. Die verankerte Wand wird mit einer oder mehreren Lagen von Boden- oder Felsankern rückgehalten und erreicht Tiefen von 10 m und mehr. Anstelle von Ankern können auch Spriesse zur gegenüberliegenden Wand verwendet werden, was bei schmalen Gruben günstiger ist. Nach Bauende werden die Träger meist gezogen, die Ausfachung bleibt im Boden.
Der grosse Vorteil der Rühlwand liegt in der Anpassungsfähigkeit: Träger lassen sich um Werkleitungen herum setzen, die Ausfachung kann Aussparungen für Anschlüsse erhalten, und das Verfahren ist leise und erschütterungsarm. Der Nachteil ist die fehlende Wasserdichtigkeit – im Grundwasser ist sie nicht einsetzbar. Die Bemessung erfolgt nach SIA 267 «Geotechnik», die Anker nach SIA 267/1. Anker unter Nachbarparzellen brauchen im Kanton Zürich die Zustimmung des Grundeigentümers, meist mit einer Dienstbarkeit oder einer schriftlichen Vereinbarung.
Im Zürcher Oberland und in der Agglomeration ist die Rühlwand bei Ersatzneubauten und Anbauten Standard, weil die Moränenböden in Wetzikon, Hinwil oder Pfäffikon standfest genug für den lagenweisen Aushub sind und meist trocken liegen. Bei Kies im Glatttal muss die Ausfachung sehr rasch nach dem Aushub eingebaut werden, weil rolliges Material sonst hinter den Bohlen nachrieselt und Hohlräume bildet. Diese Hohlräume müssen mit Magerbeton oder Sand hinterfüllt werden.
Typische Fehler: Zu grosse Aushubstufen vor dem Einbau der Ausfachung, Hohlräume hinter den Bohlen, die Setzungen auf der Nachbarparzelle auslösen, und Anker, die auf nicht bewilligtem Grund liegen. Richtwerte für den Kanton Zürich: Rühlwand mit Holzausfachung CHF 400 bis CHF 700 pro m² Ansichtsfläche, mit Spritzbetonausfachung CHF 500 bis CHF 800 pro m², jeweils ohne Anker. Ein Anker kostet CHF 1'500 bis CHF 3'000. Swiss Group Constructions führt den Aushub bei Rühlwand-Baugruben lagenweise mit dem eigenen Team aus und koordiniert den Verbau mit Spezialisten.
Beispiel: Anbau in Volketswil
An ein bestehendes Wohnhaus in Volketswil wird ein unterkellerter Anbau erstellt. Die neue Baugrube reicht 3.5 m tief und liegt direkt am bestehenden Fundament. Entlang der Hauswand werden sechs HEB-200-Träger in vorgebohrte Löcher gestellt und 3 m unter die Sohle mit Magerbeton einbetoniert. Beim Aushub in Stufen von 80 cm wird sofort mit Holzbohlen ausgefacht und jeder Hohlraum mit Sand hinterfüllt. Die Wand kommt ohne Anker aus. Setzungsmessungen am Altbau bleiben unter 1 mm.
Worin unterscheidet sich die Rühlwand von der Spundwand?
Die Rühlwand besteht aus einzelnen Trägern mit Ausfachung und ist nicht wasserdicht, dafür flexibel, leise und günstiger. Die Spundwand ist eine durchgehende Stahlwand, die Wasser abhält, aber beim Einbringen Erschütterungen erzeugt. Im Grundwasser ist die Spundwand nötig, im trockenen Boden die Rühlwand üblich.
Wie tief kann eine Rühlwand gebaut werden?
Frei auskragend ohne Anker bis rund 3 bis 4 m. Mit einer oder mehreren Ankerlagen sind Tiefen von 10 m und mehr möglich. Entscheidend sind Bodenart, Trägerabstand und Einbindetiefe, die der Geotechniker nach SIA 267 festlegt.
Bleibt die Rühlwand nach dem Bau im Boden?
Die Träger werden in der Regel nach der Hinterfüllung gezogen und wiederverwendet. Die Holz- oder Spritzbetonausfachung bleibt meist im Boden, weil der Rückbau teuer wäre. Bei Bauten an der Grenze muss geklärt sein, ob die verbleibende Ausfachung die Nachbarparzelle berührt.
Das setzen wir für Sie um.
01BauBaugrubenaushub
Der Baugrubenaushub schafft die Grube, in der ein Gebäude mit Keller oder Bodenplatte entsteht.
02BauErdbau
Erdbau umfasst alle Arbeiten, bei denen Boden gelöst, bewegt, eingebaut und verdichtet wird – vom Humusabtrag über das Planum bis zur Hinterfüllung.
03BauFundamente
Ein Fundament leitet die Lasten eines Bauwerks in den tragfähigen Baugrund und muss frostsicher gegründet sein.
Rühlwand: Wir setzen es um.
Begehung vor Ort, verbindliche Offerte, ein Ansprechpartner — für Bau, Tiefbau und Reinigung im Kanton Zürich.
