
Spriessung
Spriessung ist eine Baugrubensicherung, bei der die gegenüberliegenden Wände eines Grabens oder einer Grube mit Stahl- oder Holzsteifen gegeneinander abgestützt werden. Sie ersetzt bei schmalen Gräben die Böschung und schützt Personen vor Einsturz.
Spriessung im Detail.
Die Spriessung – in Deutschland «Aussteifung» genannt – überträgt den Erddruck einer Grabenwand über horizontale Steifen auf die gegenüberliegende Wand. Sie funktioniert nur, wenn beide Wände nahe beieinander liegen, also bei Gräben für Kanalisation, Werkleitungen, Drainagen oder schmale Fundamente. Die Wände selbst werden mit Verbauplatten, Kanaldielen oder Holzbohlen gehalten; die Spriesse aus Stahlrohren mit Gewindespindeln pressen diese Platten gegen den Boden. Moderne Systeme sind vorgefertigte Verbauboxen, die vom Bagger eingestellt und beim Verfüllen wieder gezogen werden.
Man unterscheidet drei Bauweisen. Der Normverbau mit Verbauboxen ist die schnellste Lösung für Gräben bis etwa 4 m Tiefe und 1 bis 3.5 m Breite. Der Gleitschienenverbau mit Trägern und einschiebbaren Platten eignet sich für tiefere Gräben bis 6 m und für Kreuzungen mit bestehenden Leitungen. Der waagrechte oder senkrechte Holzverbau nach alter Art wird nur noch bei kurzen Abschnitten oder Handschächten verwendet. Alle Varianten gelten als Baugrubensicherung nach SUVA und müssen vor dem Einstieg vollständig erstellt sein.
Die SUVA verlangt bei Gräben ab 1.5 m Tiefe eine Sicherung; bei nicht standfestem Boden schon früher. Die Grabenbreite muss neben der Leitung mindestens 60 cm Arbeitsraum bieten, was mit Verbau und Spriessen zu 1.2 bis 1.8 m Gesamtbreite führt. Der Verbau darf nur so weit vor dem Aushub zurückbleiben, wie der Boden kurzfristig standfest ist – in Kiesböden praktisch gar nicht. Leitern als Ausstieg müssen alle 20 m vorhanden sein. Die SIA 190 «Kanalisationen» regelt zusätzlich Grabensohle und Bettung.
Im Kanton Zürich werden Spriessungen vor allem bei Kanalisationssanierungen, Hausanschlüssen und Werkleitungsbau in Quartierstrassen eingesetzt. In den Ortskernen von Wetzikon, Uster oder Pfäffikon ist die Strasse oft zu eng für Böschungen, und Nachbarleitungen liegen dicht. Verbauboxen ermöglichen dort Gräben mit senkrechten Wänden bei minimalem Aushub. Der Stadtzürcher Boden mit alten Auffüllungen und Kies macht den Verbau auch bei geringer Tiefe zur Pflicht.
Typische Fehler: Der Graben wird tiefer ausgehoben als der Verbau reicht, die Spriesse werden zu früh gelöst, oder das Material rutscht unter der Boxkante nach. Auch das Arbeiten neben einer ungesicherten Grabenkante ist ein häufiger Unfallgrund. Richtwerte: Die Miete einer Verbaubox kostet CHF 15 bis CHF 40 pro Tag, der komplette Einbau inklusive Aushub und Wiedereinbau CHF 80 bis CHF 180 pro Laufmeter Graben. Swiss Group Constructions setzt für Kanalisations- und Leitungsgräben eigene Verbauboxen ein.
Beispiel: Kanalisationsgraben in Pfäffikon ZH
In einer Quartierstrasse in Pfäffikon wird ein Kanalisationsanschluss auf 2.8 m Tiefe verlegt. Die Strasse ist 5 m breit, eine Böschung ist ausgeschlossen. Der Graben wird 1.4 m breit in 4-m-Abschnitten ausgehoben und jeweils sofort mit einer Verbaubox gesichert. Eine kreuzende Wasserleitung wird mit einer Traverse aufgehängt. Nach dem Verlegen der Rohre in Sandbettung wird lagenweise verfüllt, die Box mit dem Bagger schrittweise gezogen und jede Lage verdichtet. Der Abschnitt ist an einem Tag wieder befahrbar.
Ab welcher Tiefe muss ein Graben gespriesst werden?
Nach SUVA ab 1.5 m Tiefe, sofern keine Böschung möglich ist. Bei rolligem Kies, Auffüllungen oder nassem Boden bereits früher, weil solche Böden ohne Vorwarnung nachrutschen. Die Beurteilung nimmt der verantwortliche Polier oder Bauführer vor Ort vor.
Was ist der Unterschied zwischen Spriessung und Rühlwand?
Die Spriessung stützt zwei nahe Wände gegeneinander ab und eignet sich für Gräben. Die Rühlwand ist eine einseitige Wand aus Trägern und Ausfachung, die durch Anker oder Einbindung im Boden hält. Sie wird bei Baugruben eingesetzt, wo die gegenüberliegende Wand zu weit entfernt ist.
Was kostet ein gespriesster Graben pro Laufmeter?
Als Richtwert liegen Aushub, Verbau, Verfüllen und Verdichten bei CHF 80 bis CHF 180 pro Laufmeter für Gräben bis 3 m Tiefe. Ohne Rohre und Belag. Kreuzende Leitungen, Fels oder Wasser erhöhen den Preis. Die Miete der Boxen selbst ist ein kleiner Teil davon.
Das setzen wir für Sie um.
01BauKanalisationsarbeiten
Kanalisationsarbeiten umfassen Bau, Anschluss und Sanierung von Abwasserleitungen zwischen Gebäude und öffentlichem Kanal.
02BauLeitungsbau
Leitungsbau ist die technische Verlegung von Rohren und Kabelschutzrohren im Graben: Grabenprofil, Rohrbett, Verlegung, Umhüllung, Warnband und lagenweise Verdichtung.
03BauWerkleitungsbau
Werkleitungsbau bezeichnet die Erschliessung eines Grundstücks mit den Medien der Versorgungswerke: Wasser, Strom, Gas, Fernwärme, Telekom und Glasfaser.
Spriessung: Wir setzen es um.
Begehung vor Ort, verbindliche Offerte, ein Ansprechpartner — für Bau, Tiefbau und Reinigung im Kanton Zürich.
