Streifenfundament — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Beton & Rohbau

Streifenfundament

Ein Streifenfundament ist ein durchgehender Betonstreifen unter einer Wand oder Mauer, der die Linienlast in den Boden abträgt. Es ist die häufigste Fundamentart für Wohnhäuser, Anbauten und Gartenmauern.

BandfundamentFundamentstreifenStreifenfundation
Was bedeutet Streifenfundament?

Streifenfundament im Detail.

Wände tragen ihre Last nicht punktuell, sondern entlang ihrer ganzen Länge in den Boden. Das Streifenfundament folgt diesem Verlauf: ein Betonstreifen, meist 40 bis 80 cm breit und 30 bis 60 cm hoch, der unter allen tragenden Wänden durchläuft. Er ist breiter als die Wand, damit die Bodenpressung sinkt. Zwischen den Streifen liegt der Boden oder eine dünne, nicht tragende Bodenplatte. Bei kleinen Bauten wird das Streifenfundament unbewehrt ausgeführt, bei Wohnbauten mit Längseisen und Bügeln.

Die Abgrenzung: Ein Punktfundament trägt eine Stütze, ein Streifenfundament eine Wand, eine Fundamentplatte das ganze Gebäude. Streifenfundamente sind wirtschaftlich bei gutem, gleichmässigem Baugrund und tragenden Wänden in klarer Anordnung. Sobald der Boden weich oder ungleichmässig ist oder viele Einzellasten wirken, ist die Fundamentplatte die bessere Wahl. Für Gartenmauern, Stützmauerfüsse und Anbauten im Zürcher Oberland ist das Streifenfundament der Regelfall.

Die Bemessung erfolgt nach SIA 262 und SIA 267. Die Breite ergibt sich aus Wandlast und zulässiger Bodenpressung, die Höhe aus der Lastausbreitung im Beton (bei unbewehrten Fundamenten etwa 1:1 bis 1:2). Die Sohle liegt frostsicher mindestens 80 cm unter Terrain. Übliche Betonsorte ist C25/30, bei erdberührter Lage XC2. Unter dem Fundament liegt eine Sauberkeitsschicht oder verdichteter Kies; die Schalung ist entweder eine einfache Brettschalung oder der Boden selbst, wenn er standfest ist.

Typische Fehler sind Fundamente, die mit dem Bagger zu breit ausgehoben und dann mit losem Material hinterfüllt werden, ungleiche Tiefen bei geneigtem Gelände ohne Abtreppung, fehlende Armierung bei langen Gartenmauern (Rissbildung), und das Betonieren in Gräben mit stehendem Wasser. Bei Hanglagen im Kanton Zürich muss das Fundament abgetreppt werden, damit jede Stufe waagrecht auf gewachsenem Boden liegt.

Als Richtwert kostet ein Streifenfundament inklusive Aushub, Sauberkeitsschicht, Schalung, Armierung und Beton CHF 250 bis 450 pro Laufmeter bei 50 cm Breite und 60 cm Höhe; für einfache Gartenmauern ohne Armierung CHF 150 bis 250 pro Laufmeter. Swiss Group Constructions hebt Streifenfundamente mit eigenen Baggern aus und betoniert sie am gleichen oder folgenden Tag, damit der Boden nicht aufweicht.

Aus der Praxis

Beispiel: Anbau in Rüti

Ein eingeschossiger Wohnanbau in Rüti mit 7 mal 5 m Grundfläche erhält Streifenfundamente unter den drei Aussenwänden. Der Ingenieur gibt 60 cm Breite, 50 cm Höhe und eine Sohle 90 cm unter Terrain vor, armiert mit vier Längseisen Ø 12 mm und Bügeln alle 30 cm. Zum bestehenden Haus wird eine Trennfuge angeordnet, weil der Altbau längst gesetzt ist. Das Team hebt 17 Laufmeter aus, betoniert die Sauberkeitsschicht am Vormittag und die Fundamente zwei Tage später mit 5 m³ C25/30.

Häufige Fragen

Fragen zu Streifenfundament.

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Wie breit muss ein Streifenfundament sein?

Für Gartenmauern und leichte Anbauten 40 bis 50 cm, für tragende Hauswände 60 bis 80 cm. Die Breite hängt von der Wandlast und der Tragfähigkeit des Bodens ab und wird vom Ingenieur berechnet. Faustregel: Das Fundament ist auf jeder Seite mindestens 10 bis 15 cm breiter als die Wand.

Streifenfundament oder Bodenplatte – was ist besser?

Bei gutem, gleichmässigem Baugrund und wenigen tragenden Wänden ist das Streifenfundament günstiger. Bei weichem oder wechselndem Boden, Grundwasser, vielen Einzellasten oder wenn ohnehin eine dicke Bodenplatte gebraucht wird, ist die Fundamentplatte sicherer und oft gleich teuer. Der Ingenieur entscheidet anhand des Baugrunds.

Kann man ein Streifenfundament ohne Schalung betonieren?

Ja, wenn der Boden standfest ist und die Grabenwände sauber stehen. Der Beton wird dann direkt in den Graben eingebracht. Bei bröseligem Kies, Regen oder wenn das Fundament über Terrain ragt, braucht es eine Brettschalung. Ohne Schalung sollte das Fundament etwas breiter geplant werden, weil die Grabenwände nie ganz exakt sind.

Streifenfundament: Wir setzen es um.

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