Glasfaseranschluss — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Glasfaseranschluss

Ein Glasfaseranschluss ist die Verbindung eines Gebäudes mit dem Glasfasernetz eines Telekomanbieters über ein erdverlegtes Kabelschutzrohr bis zur Anschlussdose im Haus. Man spricht von FTTH, Fibre to the Home.

FTTH-AnschlussFibre to the HomeLWL-AnschlussGlasfaser-Hausanschluss
Was bedeutet Glasfaseranschluss?

Glasfaseranschluss im Detail.

Beim Glasfaseranschluss wird ein Lichtwellenleiterkabel vom Verteilschacht oder Verteilkasten des Netzbetreibers bis ins Gebäude geführt. Im Boden liegt das Kabel in einem Schutzrohr oder einem Mikrorohrbündel; im Haus endet es in einer optischen Anschlussdose (OTO), an die der Router angeschlossen wird. Der Tiefbau-Anteil besteht aus dem Graben vom Strassenrand bis zur Hauseinführung und dem Verlegen des Leerrohrs. Das Einblasen oder Einziehen der Faser übernimmt der Netzbetreiber.

Man unterscheidet FTTH, bei dem die Faser bis in die Wohnung reicht, FTTB bis ins Gebäude und FTTS bis zum Strassenverteiler mit Kupfer auf den letzten Metern. Für Neubauten wird heute durchgehend FTTH gebaut. Das Schutzrohr ist ein PE-Rohr DN 40 bis DN 60 oder ein Bündel aus Mikrorohren mit 7 bis 12 Millimetern Durchmesser. Ein leeres Rohr genügt, sofern es durchgängig, ohne enge Bögen und mit Zugdraht verlegt ist. Ein Reserverohr für einen zweiten Anbieter ist sinnvoll.

Die technischen Vorgaben stammen vom jeweiligen Netzbetreiber. Im Kanton Zürich bauen Swisscom, lokale Elektrizitätswerke wie EKZ oder die Stadtwerke Winterthur sowie regionale Anbieter eigene Glasfasernetze. Die Verlegetiefe beträgt 0.6 bis 0.8 Meter, bei Querungen von Zufahrten mindestens 0.8 Meter. Die Rohre werden in Sand gebettet und mit Warnband gekennzeichnet. Die Hauseinführung muss abgedichtet werden, vorzugsweise über eine Mehrspartenhauseinführung zusammen mit Strom und Wasser.

Bei Neubauten wird das Leerrohr im gemeinsamen Werkleitungsgraben mitverlegt, was kaum Mehrkosten verursacht. Bei bestehenden Gebäuden ist der Graben durch den Garten oder die Zufahrt der grösste Aufwand. Der Netzbetreiber übernimmt in Ausbaugebieten oft die Kosten bis zur Grundstücksgrenze; für den Abschnitt auf dem Grundstück ist der Eigentümer zuständig. Alternativ zum offenen Graben kommt bei Zufahrten mit intaktem Belag eine Erdrakete oder ein Spülbohrverfahren infrage.

Typische Fehler sind enge Bögen, in denen die Faser beim Einblasen stecken bleibt, ein Rohr ohne Zugdraht, offene Rohrenden voll Erde und die Verlegung ohne Abstimmung mit dem Netzbetreiber, sodass die Hauseinführung an der falschen Stelle liegt. Als Richtwert kostet der Tiefbau-Anteil für einen Glasfaseranschluss bei einem bestehenden Einfamilienhaus mit 15 Metern Graben durch den Garten CHF 2'500 bis CHF 6'000; mit Belagsaufbruch in der Zufahrt CHF 5'000 bis CHF 10'000. Swiss Group Constructions erstellt Glasfasergräben und Hauseinführungen im Kanton Zürich.

Aus der Praxis

Beispiel: Glasfaseranschluss für ein bestehendes Haus in Hinwil

In Hinwil baute der lokale Netzbetreiber Glasfaser bis an die Grundstücksgrenze aus. Für ein Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren fehlten die restlichen 18 Meter bis zum Keller. Ein schmaler Graben wurde mit dem Minibagger durch den Rasen und entlang des Plattenwegs ausgehoben, ein Mikrorohrbündel und ein Reserverohr DN 40 in Sand gebettet und durch eine neue Kernbohrung mit Dichtungseinsatz in den Keller geführt. Nach dem Einmessen und Hinterfüllen wurde der Rasen neu angesät. Der Netzbetreiber blies die Faser zwei Wochen später ein und montierte die Anschlussdose.

Häufige Fragen

Fragen zu Glasfaseranschluss.

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Wer zahlt den Glasfaseranschluss?

In Ausbaugebieten übernimmt der Netzbetreiber häufig die Kosten bis zur Grundstücksgrenze oder bis zur Hauseinführung, sofern der Eigentümer den Anschluss innerhalb der Ausbauphase bestellt. Den Graben auf dem Grundstück zahlt meist der Eigentümer. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter und Gemeinde.

Kann Glasfaser ohne Graben verlegt werden?

Ja, wenn ein bestehendes Leerrohr vom Strassenrand zum Haus vorhanden ist, etwa ein altes Telefonrohr, kann die Faser dort eingeblasen werden. Ohne Leerrohr braucht es einen Graben oder eine grabenlose Verlegung mit Erdrakete oder Spülbohrung, was bei intaktem Belag oft günstiger ist als der Aufbruch.

Welches Rohr braucht es für Glasfaser?

Ein PE-Schutzrohr DN 40 bis DN 60 oder ein Mikrorohrbündel, durchgängig ohne enge Bögen, mit Zugdraht und verschlossenen Enden. Der Netzbetreiber gibt Typ und Farbe vor. Bei Neubauten sollte ein zweites Rohr als Reserve mitverlegt werden.

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