GPS-Maschinensteuerung — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

GPS-Maschinensteuerung

GPS-Maschinensteuerung ist die satellitengestützte Positionsbestimmung an Bagger, Walze oder Grader. Das digitale Geländemodell wird in die Maschine geladen, die Löffelschneide oder Bandage zentimetergenau geführt und die Absteckung mit Pflöcken weitgehend überflüssig.

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Was bedeutet GPS-Maschinensteuerung?

GPS-Maschinensteuerung im Detail.

Bei der GPS-Maschinensteuerung sitzt auf der Maschine ein GNSS-Empfänger, der Signale von GPS, Galileo und weiteren Systemen auswertet. Über einen Korrekturdienst — in der Schweiz meist swipos-GIS/GEO von swisstopo oder ein privater RTK-Dienst — erreicht die Position eine Genauigkeit von ein bis drei Zentimetern. Sensoren an Ausleger, Stiel und Löffel berechnen daraus laufend die Höhe und Neigung der Löffelschneide. Der Maschinist sieht auf dem Display, wie weit er noch von der Sollkote entfernt ist.

Man unterscheidet zwei Ausbaustufen. Die Anzeigesteuerung (Indicate) zeigt Ist- und Sollwert an, der Maschinist steuert von Hand. Die automatische Steuerung (2D- oder 3D-Automatik) greift zusätzlich in die Hydraulik ein und hält Planum oder Böschung selbständig ein. Für einfache Gefälle reicht eine 2D-Lösung mit Laser oder Neigungssensor. Sobald ein Bauwerk gekrümmte Flächen, wechselnde Neigungen oder mehrere Schichten hat, lohnt sich die 3D-Steuerung mit einem digitalen Geländemodell aus der Planung.

Die Datengrundlage ist entscheidend. Aus dem Projektplan wird ein digitales Geländemodell erzeugt, das Planum, Fundamentkoten, Grabensohlen und Böschungen als Flächen beschreibt. Es wird in Landeskoordinaten LV95 und Höhen LN02 aufgebaut, damit die Maschine mit der amtlichen Vermessung übereinstimmt. Vor dem Arbeitsbeginn wird die Maschine auf einem bekannten Kontrollpunkt geprüft. Diese Kontrolle ist Pflicht: Ein falsch geladenes Modell oder eine verstellte Antennenhöhe produziert grossflächig falsche Koten, ohne dass es jemand sofort merkt.

Im Kanton Zürich wird die Technik heute auch bei mittleren Baustellen eingesetzt, weil sie Absteckpflöcke, ständiges Nachmessen und Nacharbeiten spart. Beim Aushub verhindert sie das gefürchtete Überbaggern unter die Fundamentkote, das sonst mit Magerbeton ausgeglichen werden muss. Auf Strassenbaustellen im Zürcher Oberland hält sie das Planum in engen Toleranzen, was direkt Material in der Kofferung spart. Bei Walzen liefert die gleiche Technik die flächendeckende Verdichtungskontrolle mit Nachweis jeder Übergangsfahrt.

Grenzen gibt es dort, wo der Satellitenempfang gestört ist: in tiefen Baugruben, unter Bäumen, zwischen hohen Gebäuden oder in Unterführungen. Dort wird auf Totalstation oder Laser gewechselt. Typische Fehler sind veraltete Modellstände, nicht kontrollierte Antennenhöhen und blindes Vertrauen in das Display ohne Kontrollmessung. Als Richtwert kostet ein Bagger mit 3D-Steuerung inklusive Maschinist CHF 165 bis CHF 240 pro Stunde, rund CHF 15 bis CHF 30 mehr als ohne. Swiss Group Constructions setzt Maschinensteuerung dort ein, wo sie Aushubmenge und Nacharbeit messbar reduziert.

Aus der Praxis

Beispiel: Vorplatz in Dübendorf

Für einen 900 m² grossen Gewerbevorplatz in Dübendorf mit zwei Entwässerungsrinnen wird das Planum mit einem 3D-gesteuerten Kettenbagger hergestellt. Das Geländemodell enthält beide Rinnen, die Gefälle von 1.5 Prozent und die Anschlusshöhen an die bestehende Strasse. Ohne Pflöcke arbeitet der Maschinist die Fläche in einem Zug ab; die Kontrollmessung mit dem Rover zeigt Abweichungen unter zwei Zentimetern. Die Kofferung braucht dadurch rund 40 m³ weniger Kies als bei einem von Hand hergestellten Planum.

Häufige Fragen

Fragen zu GPS-Maschinensteuerung.

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Wie genau arbeitet eine GPS-Maschinensteuerung?

Mit einem RTK-Korrekturdienst wie swipos erreicht sie ein bis drei Zentimeter in Lage und Höhe. Das genügt für Planum, Grabensohlen und Böschungen. Für Fundamentkoten und Feinplanie wird zusätzlich mit Laser oder Totalstation kontrolliert.

Lohnt sich die Technik auch bei kleinen Baustellen?

Bei einfachen Gruben selten, bei Flächen mit Gefällen fast immer. Sie spart Absteckung, verhindert Überbaggern und reduziert die Kiesmenge in der Kofferung. Der Stundenzuschlag von rund CHF 15 bis CHF 30 amortisiert sich meist schon über eingespartes Material.

Funktioniert GPS in jeder Baugrube?

Nein. In tiefen Gruben, unter dichten Bäumen, zwischen hohen Gebäuden oder in Unterführungen ist der Satellitenempfang zu schwach. Dann wird die Maschine über eine Totalstation geführt oder klassisch mit Laser und Nivelliergerät gearbeitet.

GPS-Maschinensteuerung: Wir setzen es um.

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