Entsorgungsnachweis — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Entsorgung & Recycling

Entsorgungsnachweis

Ein Entsorgungsnachweis belegt schriftlich, welche Abfallmenge einer Baustelle an welche Annahmestelle geliefert und wie sie dort behandelt wurde. Er besteht in der Regel aus Wägescheinen, Lieferscheinen und der Entsorgungsschlussrechnung.

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Was bedeutet Entsorgungsnachweis?

Entsorgungsnachweis im Detail.

Der Entsorgungsnachweis ist die Dokumentation des Wegs, den ein Bauabfall von der Baustelle bis zur Verwertung oder Ablagerung nimmt. Er ist kein einzelnes Formular, sondern ein Bündel von Belegen: Wägeschein der Annahmestelle mit Datum, Abfallcode, Gewicht und Kennzeichen des Fahrzeugs, Lieferschein des Transporteurs sowie die Rechnung mit Positionen je Abfallart. Bei Sonderabfällen tritt der elektronische Begleitschein aus VeVA-Online an diese Stelle. Der Nachweis schliesst das Entsorgungskonzept ab, das mit dem Baugesuch eingereicht wurde.

Rechtlich gestützt ist der Nachweis auf die VVEA und die Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA). Für Sonderabfälle und andere kontrollpflichtige Abfälle schreibt die VeVA einen Begleitschein mit Abgeber-, Transporteur- und Empfängernummer vor; die Empfangsbestätigung erfolgt elektronisch. Für nicht kontrollpflichtige Bauabfälle wie Betonabbruch oder Mischabbruch genügt der Wägeschein, sofern er Abfallart und Menge klar ausweist. Die Belege sind aufzubewahren und der Behörde auf Verlangen vorzulegen.

Im Kanton Zürich verknüpft die Baubehörde den Nachweis oft direkt mit der Baubewilligung. Bei Rückbauten mit Schadstoffgutachten wird die Bewilligung mit der Auflage erteilt, nach Abschluss die Entsorgungsbelege einzureichen; erst danach gilt die Auflage als erfüllt. Das AWEL führt zudem die Liste der bewilligten Annahmestellen und Deponien. Wer bei einem nicht bewilligten Platz ablädt, hat keinen gültigen Nachweis, auch wenn eine Quittung vorliegt. Die Kontrolle der Empfängernummer lohnt sich deshalb vor der ersten Fahrt.

In der Praxis wird der Nachweis baubegleitend geführt. Jede Mulde erhält beim Abtransport einen Lieferschein, der Wägeschein kommt am selben Tag zurück und wird der Abfallart zugeordnet. Sinnvoll ist eine einfache Tabelle mit Datum, Abfallart, Tonnage und Beleg-Nummer, die am Bauende die Schlussbilanz ergibt. Diese Bilanz lässt sich mit den Mengen aus dem Entsorgungskonzept vergleichen. Grosse Abweichungen sind ein Hinweis auf Fehlwürfe oder darauf, dass Material falsch deklariert wurde.

Typische Fehler sind fehlende Wägescheine bei Kleinfahrten mit dem eigenen Kipper, Sammelbelege ohne Aufteilung nach Abfallart und Barzahlungen ohne Quittung. Ärgerlich wird es bei der Bauabnahme, wenn die Belege für den Schadstoffanteil fehlen und ein Teil der Entsorgung erneut belegt werden muss. Als Richtwert kostet der administrative Aufwand für Nachweisführung und Schlussbilanz bei einem mittleren Umbau CHF 400 bis CHF 1'200. Swiss Group Constructions führt die Entsorgungsbelege pro Baustelle und übergibt sie gesammelt mit der Schlussrechnung.

Aus der Praxis

Beispiel: Umbau in Wetzikon

Bei einem Umbau eines Gewerbehauses in Wetzikon fallen über sieben Wochen 22 Muldenfahrten an. Für jede Fahrt liegt ein Wägeschein vor: 11 Fahrten Betonabbruch mit total 96 Tonnen, 6 Fahrten Mischabbruch mit 41 Tonnen, 4 Fahrten Brennbares mit 9 Tonnen und eine Fahrt Altholz. Für 380 Kilogramm asbesthaltige Bodenkleber führt der Sanierungsbetrieb einen separaten VeVA-Begleitschein. Die Bauleitung stellt die Belege zu einer Schlussbilanz zusammen und reicht sie beim Bauamt ein, das die Auflage der Baubewilligung darauf abschliesst.

Häufige Fragen

Fragen zu Entsorgungsnachweis.

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Wie lange muss ein Entsorgungsnachweis aufbewahrt werden?

Belege für kontrollpflichtige Abfälle sind nach VeVA fünf Jahre aufzubewahren. Für übrige Bauabfälle empfiehlt sich dieselbe Frist, weil Wägescheine Teil der Bauakten sind und bei Gewährleistungsfragen oder Behördenkontrollen noch benötigt werden können.

Brauche ich einen Nachweis auch bei kleinen Umbauten?

Ja, sobald Bauabfälle entstehen. Bei kleinen Vorhaben genügt meist der Wägeschein der Annahmestelle. Sobald Schadstoffe wie Asbest oder teerhaltiger Belag im Spiel sind, ist unabhängig von der Menge ein VeVA-Begleitschein zwingend.

Wer stellt den Entsorgungsnachweis aus?

Die Annahmestelle, also Recyclingwerk, Sortieranlage, Deponie oder Kehrichtheizkraftwerk. Der Transporteur liefert den Lieferschein dazu. Die Bauherrschaft oder das beauftragte Unternehmen sammelt beides und fasst es zur Schlussbilanz für die Behörde zusammen.

Entsorgungsnachweis: Wir setzen es um.

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