
Mischabbruch
Mischabbruch ist mineralisches Abbruchmaterial, das aus mehreren Baustoffen besteht, typischerweise Beton, Backstein, Verputz und Mörtel mit geringen Fremdstoffanteilen. Er wird sortiert und zu Mischgranulat aufbereitet.
Mischabbruch im Detail.
Mischabbruch entsteht dort, wo sich mineralische Baustoffe nicht sinnvoll trennen lassen, etwa beim Abbruch eines gemauerten Gebäudes mit Betondecken, Backsteinwänden und Verputz. Er ist damit eine eigene, in der Branche anerkannte Abfallart und nicht einfach eine schlecht getrennte Mulde. Massgebend ist der Fremdstoffanteil: Holz, Kunststoff, Gips, Dämmstoffe und Metall dürfen nur in sehr geringem Umfang enthalten sein. Wird die Grenze überschritten, stuft die Annahmestelle die Ladung als Sortiergut oder Brennbares um.
Der Unterschied zum Betonabbruch liegt in der Zusammensetzung und im Verwertungsprodukt. Sortenreiner Betonabbruch ergibt Betongranulat, das in Recyclingbeton wieder in ein tragendes Bauteil eingeht. Mischabbruch ergibt Mischgranulat, das nach VVEA in ungebundenen Tragschichten, Fundationsschichten und Hinterfüllungen eingesetzt wird, aber nicht in Konstruktionsbeton. Deshalb ist Mischabbruch pro Tonne teurer in der Annahme und im Wert des Produkts geringer. Wo eine Trennung möglich ist, lohnt sie sich fast immer.
Die rechtlichen Vorgaben stammen aus der VVEA. Sie verlangt in Artikel 16 die Trennung auf der Baustelle und definiert in Anhang 3 die Anforderungen an mineralische Recyclingbaustoffe, unter anderem Grenzwerte für Fremdstoffe und für Sulfat. Im Kanton Zürich kommt bei Rückbauten die Pflicht zur Schadstoffabklärung dazu: Vor dem Abbruch werden asbesthaltige Platten, teerhaltige Kleber und PCB-Fugenmassen entfernt. Erst danach darf das mineralische Material als Mischabbruch ausgeschieden werden; sonst gelangt eine Schadstofffracht in den Recyclingkreislauf.
In der Ausführung heisst das: Rückbau in Etappen statt Abriss in einem Zug. Zuerst werden Einbauten, Böden, Gipskonstruktionen, Fenster und Installationen ausgebaut und separat entsorgt, danach folgt der mineralische Rückbau mit dem Sortiergreifer. Der Bagger sortiert bereits beim Laden vor und legt Armierungseisen auf einen eigenen Haufen. Kommt eine Betondecke als Ganzes herunter, wird sie separat gebrochen. So bleibt der Mischabbruch sauber, und die Annahmestelle nimmt ihn ohne Zuschlag entgegen.
Typische Fehler sind der Abbruch ohne vorherige Entkernung, das Belassen von Dämmplatten an der Fassade und das Untermischen von Gipsputz. Die Kostenfolge ist erheblich: Als Richtwert kostet Mischabbruch in der Annahme CHF 120 bis CHF 220 pro Tonne, während sauberer Betonabbruch bei CHF 25 bis CHF 60 pro Tonne liegt. Muss die Ladung als Brennbares umgestuft werden, sind CHF 250 bis CHF 380 pro Tonne fällig. Swiss Group Constructions führt Rückbauten mit vorgängiger Entkernung aus, damit der mineralische Anteil verwertbar bleibt.
Beispiel: Rückbau in Hinwil
Ein Ökonomiegebäude in Hinwil aus den 1960er-Jahren wird zurückgebaut. In der ersten Woche entkernt das Team von Hand: Bodenbeläge, Deckenverkleidungen, Fenster, Elektro- und Sanitärinstallationen. Anschliessend bricht ein Kettenbagger mit Sortiergreifer die Backsteinwände und die Betondecken ab. Rund 90 Tonnen fallen als Mischabbruch an, 55 Tonnen als sortenreiner Betonabbruch, 7 Tonnen als Metall. Weil der Gips vorgängig ausgebaut wurde, nimmt die Sortieranlage den Mischabbruch ohne Zuschlag an. Die Mehrkosten der Entkernung amortisieren sich über die tieferen Annahmegebühren.
Was ist der Unterschied zwischen Mischabbruch und Bauschutt?
Bauschutt ist der Oberbegriff für mineralische Bauabfälle. Mischabbruch ist die Untergruppe aus mehreren mineralischen Baustoffen, etwa Beton mit Backstein und Verputz. Sortenreiner Betonabbruch ist die zweite Untergruppe und deutlich günstiger in der Annahme.
Wie viel Fremdstoff darf im Mischabbruch enthalten sein?
Nur ein sehr geringer Anteil. Die Anforderungen der VVEA an Mischgranulat begrenzen Fremdstoffe wie Holz, Kunststoff und Gips im Promillebereich des Gewichts. Annahmestellen prüfen visuell bei der Anlieferung und stufen belastete Ladungen um.
Wofür wird Mischgranulat verwendet?
Für ungebundene Fundations- und Tragschichten im Strassen- und Wegebau, für Hinterfüllungen von Mauern und für das Auffüllen von Werkleitungsgräben. Für Konstruktionsbeton ist Mischgranulat nicht zugelassen; dafür braucht es Betongranulat aus sortenreinem Betonabbruch.
Das setzen wir für Sie um.
01BauRückbau
Rückbau ist der kontrollierte, selektive Abbau eines Gebäudes in einzelne Materialfraktionen.
02BauAbbruch
Abbruch ist das maschinelle Niederlegen eines Gebäudes oder Bauteils mit Bagger, Abbruchschere und Hydraulikhammer.
03ReinigungEntsorgung
Entsorgung umfasst das Bereitstellen von Mulden, den Abtransport und die fachgerechte Verwertung von Bauschutt, Mischabbruch, Sperrgut und Aushubmaterial sowie die Räumung von Wohnungen, Kellern und Gewerbeflächen.
Mischabbruch: Wir setzen es um.
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