Baukoordination — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Planung & Recht

Baukoordination

Baukoordination ist die Abstimmung aller an einem Bauvorhaben Beteiligten in Bezug auf Termine, Schnittstellen, Logistik und Sicherheit. Sie sorgt dafür, dass Gewerke, Werke und Behörden in der richtigen Reihenfolge und ohne Behinderung arbeiten.

BaustellenkoordinationGewerkekoordinationKoordination der Bauarbeiten
Was bedeutet Baukoordination?

Baukoordination im Detail.

Auf jeder Baustelle arbeiten mehrere Unternehmen nacheinander oder gleichzeitig: Tiefbauer, Baumeister, Sanitär, Elektro, Gärtner, Reiniger. Dazu kommen die Werke für Strom, Wasser, Gas und Glasfaser, die Gemeinde für Kanalisation und Strassenraum sowie Lieferanten und Mulden. Baukoordination ist die Aufgabe, diese Beteiligten so zu führen, dass niemand auf den anderen wartet und keine Arbeit zweimal gemacht wird. Sie ist Teil der Bauleitung, wird aber bei kleineren Projekten oft vom ausführenden Bauunternehmen übernommen.

Rechtlich verankert ist die Koordinationspflicht in der Bauarbeitenverordnung BauAV: Arbeiten mehrere Betriebe gleichzeitig auf einer Baustelle, müssen sie ihre Arbeiten für die Sicherheit aufeinander abstimmen. Bei grösseren Vorhaben wird ein Sicherheitskoordinator bestimmt. Vertraglich ergibt sich die Koordination aus SIA 118 Art. 33 ff., wonach die Bauleitung die Weisungen erteilt, und aus dem Bauprogramm als Vertragsbestandteil. Behindert ein Unternehmer durch Verspätung einen anderen, kann dieser Fristverlängerung und Mehrkosten geltend machen.

Im Tiefbau hat die Koordination besondere Bedeutung, weil viele Leistungen nur in einer bestimmten Reihenfolge möglich sind: Zuerst die Kanalisation in der tiefsten Lage, dann Werkleitungen mit Schutzrohren, dann Hinterfüllung und Kofferung, erst danach Randabschlüsse und Belag. Das Elektrizitätswerk verlegt seine Kabel nur in einem offenen Graben mit Sandbett; kommt es zwei Tage zu spät, steht der Bagger still oder der Graben muss wieder geöffnet werden. Vorlaufzeiten der Werke von vier bis zwölf Wochen sind früh einzuplanen.

Werkzeuge der Koordination sind die wöchentliche Bausitzung mit Protokoll, das laufend nachgeführte Bauprogramm, ein Logistikplan für Zufahrten und Lagerplätze sowie eine Kontaktliste aller Beteiligten. Typische Fehler sind Sitzungen ohne verbindliche Pendenzenliste, Werkleitungskoordination erst nach dem Aushub und fehlende Absprachen über Mulden und Kranstandorte, was zu blockierten Zufahrten führt. Auch die Reinigung wird oft vergessen: Grobreinigung und Endreinigung müssen ins Programm, sonst arbeiten Bodenleger im Bauschutt.

Die Kosten der Baukoordination sind im Bauleitungshonorar enthalten oder werden bei Direktaufträgen als Regie oder Pauschale verrechnet, als Richtwert CHF 100 bis CHF 150 pro Stunde. Für Umgebungsarbeiten eines Einfamilienhauses sind 15 bis 30 Stunden üblich, also CHF 1'500 bis CHF 4'500. Swiss Group Constructions koordiniert bei Tiefbau- und Umgebungsaufträgen die Werke, Mulden und Nachfolgegewerke aus einer Hand und übernimmt auf Wunsch die Baustellenkoordination für Bauherrschaften ohne eigenen Planer.

Aus der Praxis

Beispiel: Umgebung und Werkleitungen in Winterthur

Bei einem Reihenhausprojekt in Winterthur müssen in drei Wochen Kanalisation, Wasser, Strom, Glasfaser und die Umgebung erstellt werden. Der Bauführer des Tiefbauunternehmens legt mit den Werken fixe Tage fest: Montag Sandbett und Elektrokabel, Dienstag Wasserleitung, Mittwoch Glasfaserrohr, Donnerstag Einmessung, Freitag Hinterfüllung. Die Gärtnerei liefert die Bäume erst nach der Kofferung. Zwei Bausitzungen mit Protokoll reichen; die Muldenwechsel werden mit dem Kranstandort des Zimmermanns abgestimmt.

Häufige Fragen

Fragen zu Baukoordination.

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Wer ist für die Baukoordination verantwortlich?

Grundsätzlich die Bauleitung als Vertreterin der Bauherrschaft. Bei kleineren Projekten ohne Planer übernimmt häufig das ausführende Bauunternehmen die Koordination der Werke und Nachfolgegewerke. Für die Sicherheit sind nach BauAV alle beteiligten Betriebe gemeinsam verantwortlich.

Warum ist die Werkleitungskoordination so wichtig?

Weil Strom, Wasser, Gas und Glasfaser vom jeweiligen Werk in einem offenen, vorbereiteten Graben verlegt werden und die Werke Vorlaufzeiten von vier bis zwölf Wochen haben. Fehlt die Abstimmung, bleibt der Graben tagelang offen oder muss erneut aufgebrochen werden.

Was kostet die Baukoordination?

Bei Projekten mit Bauleitung ist sie im Honorar enthalten. Bei Direktaufträgen wird sie als Richtwert mit CHF 100 bis CHF 150 pro Stunde oder pauschal verrechnet. Für Umgebungsarbeiten eines Einfamilienhauses sind CHF 1'500 bis CHF 4'500 realistisch.

Baukoordination: Wir setzen es um.

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