Schwergewichtsmauer — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Strassen & Umgebung

Schwergewichtsmauer

Eine Schwergewichtsmauer ist eine Stützmauer, die den Erddruck allein durch ihr Eigengewicht aufnimmt. Sie besteht aus unbewehrtem Beton, Mauerwerk oder Naturstein und ist am Fuss deutlich breiter als an der Krone.

GewichtsmauerMassivmauerNatursteinstützmauerGravitationsmauer
Was bedeutet Schwergewichtsmauer?

Schwergewichtsmauer im Detail.

Die Schwergewichtsmauer ist die älteste Form der Stützmauer. Ihre Standsicherheit beruht auf der Masse: Das Eigengewicht muss so gross sein, dass die Resultierende aus Erddruck und Gewicht innerhalb des Kerns der Fundamentfläche bleibt. Deshalb ist der Querschnitt trapezförmig, mit einer Fussbreite von 40 bis 60 Prozent der Höhe. Weil keine Zugkräfte auftreten dürfen, braucht die Mauer keine Bewehrung, benötigt aber wesentlich mehr Material als eine Winkelstützmauer.

Materialien und Bauformen sind vielfältig. Betonschwergewichtsmauern werden mit Magerbeton oder C20/25 in Schalung gegossen. Natursteinmauern in Mörtel, oft mit Betonhinterfüllung, sind in Zürcher Altstädten und an Bahnböschungen verbreitet. Trockenmauern ohne Mörtel sind bis rund 1.5 m Höhe standsicher und ökologisch wertvoll. Blocksteinmauern aus grossen Findlingen oder Bruchsteinen und Gabionen aus steingefüllten Drahtkörben sind moderne Varianten desselben Prinzips. Auch Betonblocksteine mit 40 cm Tiefe zählen bei kleinen Höhen dazu.

Die Bemessung folgt SIA 267 für Geotechnik und, bei Beton, SIA 262. Die Nachweise gelten für Kippen, Gleiten, Grundbruch und bei Naturstein für die Fugenneigung. Eine Neigung der Sichtseite von 5 bis 10 Prozent zum Hang, der sogenannte Anzug, verbessert die Standsicherheit und wirkt optisch ruhiger. Das Fundament liegt frostsicher 80 cm tief. Wie bei jeder Stützmauer ist die Entwässerung mit Sickerpackung, Drainageleitung nach SN 592000 und Wasserauslässen durch die Mauer, sogenannten Barbacanen, zwingend.

Im Kanton Zürich werden Schwergewichtsmauern heute vor allem als Natursteinmauern, Blocksteinmauern und Gabionen gebaut, wo das Erscheinungsbild wichtig ist oder eine armierte Betonmauer unverhältnismässig wäre. Für Höhen bis 1.5 m sind sie wirtschaftlich, darüber gewinnt die Winkelstützmauer durch den geringeren Materialverbrauch. Im Zürcher Oberland sind Moränenfindlinge aus regionalen Kiesgruben als Mauerstein beliebt; sie sind günstiger als Importgranit und passen in die Landschaft.

Typische Fehler sind ein zu schmaler Fuss, der die Mauer kippen lässt, ein Fundament auf Humus oder lockerem Auffüllmaterial und fehlende Entwässerung, die den Wasserdruck verdoppelt. Bei Natursteinmauern führt das Vermauern ohne Läuferverband zu durchgehenden Fugen und Rissen. Als Richtwert kostet eine Betonschwergewichtsmauer im Kanton Zürich CHF 700 bis CHF 1'100 pro Laufmeter bei 1 m Höhe, eine Natursteinmauer in Mörtel CHF 900 bis CHF 1'600 pro Laufmeter und eine Gabionenmauer CHF 500 bis CHF 900 pro Laufmeter, jeweils inklusive Fundation und Drainage. Swiss Group Constructions baut Schwergewichtsmauern aus Beton und Naturstein im Rahmen der Umgebungsarbeiten.

Aus der Praxis

Beispiel: Gartenmauer entlang der Strasse in Wetzikon

Ein Grundstück in Wetzikon liegt 1.1 m über dem Trottoirniveau; die alte Betonmauer ist gerissen und neigt sich. Ersatz durch eine Schwergewichtsmauer aus Beton C25/30, 60 cm breit am Fuss, 35 cm an der Krone, mit 8 Prozent Anzug und Natursteinverkleidung aus Gneisplatten auf der Strassenseite. Hinter der Mauer eine Sickerpackung 16/32 mit Drainageleitung, alle 3 m eine Barbacane. Weil die Mauer an öffentlichen Grund grenzt, ist eine Bewilligung der Gemeinde nötig. Länge 16 m, Bauzeit zwei Wochen. Richtwert rund CHF 22'000.

Häufige Fragen

Fragen zu Schwergewichtsmauer.

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Was ist der Unterschied zwischen Schwergewichtsmauer und Winkelstützmauer?

Die Schwergewichtsmauer hält durch ihr eigenes Gewicht und ist unbewehrt, dafür massiv und am Fuss breit. Die Winkelstützmauer nutzt das Gewicht der Erde auf ihrem Fuss, ist bewehrt und deshalb schlank. Bis 1.5 m Höhe ist die Schwergewichtsmauer oft günstiger, darüber die Winkelstützmauer.

Wie breit muss eine Schwergewichtsmauer sein?

Als Faustregel beträgt die Fussbreite 40 bis 60 Prozent der Höhe, bei einer 1.5 m hohen Mauer also 60 bis 90 cm. Die Krone kann 30 bis 40 cm messen. Bei Auflasten wie Fahrzeugen oder steilem Hang dahinter muss ein Ingenieur die Breite nach SIA 267 nachweisen.

Sind Gabionen eine echte Schwergewichtsmauer?

Ja, Gabionen wirken nach demselben Prinzip: Die Masse der Steinfüllung hält den Erddruck. Sie sind selbstentwässernd, brauchen aber ein verdichtetes Kiesfundament und eine Rückverankerung oder Neigung ab 1.5 m Höhe. Die Lebensdauer hängt von der Verzinkung der Körbe ab, meist 30 bis 50 Jahre.

Schwergewichtsmauer: Wir setzen es um.

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