Böschung — Bild zur Leistung von Swiss Group Constructions
Glossar · Tiefbau & Entwässerung

Böschung

Eine Böschung ist eine geneigte Erdfläche, die einen Höhenunterschied zwischen zwei Ebenen überbrückt, etwa die schräge Wand einer Baugrube oder eines Damms. Ihre Neigung richtet sich nach der Standfestigkeit des Bodens.

BöschungsneigungAbböschungGrubenböschungDamm
Was bedeutet Böschung?

Böschung im Detail.

Böschungen entstehen im Tiefbau überall dort, wo Boden abgetragen oder aufgeschüttet wird: an Baugruben, Gräben, Strassendämmen, Terrassierungen und Geländemodellierungen. Man unterscheidet Einschnittsböschungen im gewachsenen Boden und Dammböschungen in geschüttetem Material. Die Neigung wird als Verhältnis Höhe zu Länge angegeben, zum Beispiel 2:3 (rund 34 Grad) oder 1:1 (45 Grad). Je flacher die Böschung, desto sicherer, aber desto mehr Platz und Aushub braucht sie.

Die zulässige Neigung hängt vom Boden ab. Nichtbindige Böden wie Kies und Sand tragen Böschungen bis etwa 1:1, bindige Böden wie Lehm und Ton kurzfristig bis 2:1, langfristig aber nur flacher. Die SUVA-Regeln für Gräben und Baugruben verlangen bei standfestem Boden maximal 45 Grad und bei weniger standfestem Boden 60 Grad nur mit Nachweis. Ab 4 m Höhe ist eine Berme, ein horizontaler Absatz von mindestens 1 m Breite, einzuplanen. Massgebend sind die SIA 267 «Geotechnik» und die Beurteilung durch den Geotechniker.

Der Zustand einer Böschung verändert sich mit dem Wetter. Regen weicht bindige Böden auf, Frost lockert die Oberfläche, Austrocknung erzeugt Risse. Deshalb werden offene Böschungen bei längerer Bauzeit mit Folie, Vlies oder Spritzbeton abgedeckt. Am Böschungsfuss darf kein Wasser stehen bleiben; ein Pumpensumpf und ein Fanggraben am Böschungskopf sind Standard. Lasten wie Aushubdepots, Container oder Lastwagen müssen mindestens 1 m, bei tiefen Gruben deutlich weiter vom Böschungskopf entfernt bleiben.

Im Kanton Zürich prägen Moränenlehme das Oberland und Kiesböden das Glatttal. Lehmböschungen in Hinwil oder Bäretswil stehen im Sommer scheinbar steil, rutschen aber nach dem ersten Starkregen ab. Kiesböschungen in Volketswil oder Kloten rieseln nach, wenn sie zu steil angelegt sind. Dauerhafte Böschungen in der Umgebungsgestaltung werden mit 2:3 oder flacher angelegt, begrünt und bei Bedarf mit Blocksteinen oder Bepflanzung stabilisiert.

Häufige Fehler sind zu steile Neigungen aus Platzgründen, fehlende Entwässerung und das Lagern von Aushub direkt am Böschungsrand. Kostenseitig ist die Böschung die günstigste Sicherung: Der Mehraushub kostet als Richtwert CHF 25 bis CHF 60 pro m³, gegenüber CHF 300 bis CHF 700 pro m² Verbau. Eine Böschung von 3 m Höhe mit 2:3 braucht 4.5 m Platz in der Horizontalen. Swiss Group Constructions legt Böschungen für Baugruben und Umgebungsarbeiten mit Bagger und GPS-Steuerung millimetergenau an.

Aus der Praxis

Beispiel: Hanggrundstück in Rüti ZH

Auf einem Hanggrundstück in Rüti wird eine Baugrube für ein Einfamilienhaus bergseitig 4.2 m tief. Der Geotechniker stuft den Moränenlehm als bindig und mässig standfest ein und schreibt eine Neigung von 2:3 mit einer Berme auf halber Höhe vor. Die Böschung wird sofort nach dem Aushub mit Vlies abgedeckt, am Kopf verläuft ein Fanggraben. Weil die Bauzeit bis in den Herbst reicht, wird zusätzlich ein Pumpensumpf am Fuss angelegt. Die Böschung bleibt über die ganze Rohbauphase stabil.

Häufige Fragen

Fragen zu Böschung.

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Wie steil darf eine Baugrubenböschung sein?

Gemäss SUVA bei standfestem Boden maximal 45 Grad (1:1), bei bindigem Boden meist flacher, etwa 2:3. Steilere Böschungen bis 60 Grad brauchen einen geotechnischen Nachweis. Ab 4 m Höhe ist eine Berme von mindestens 1 m Breite einzubauen.

Wie viel Platz braucht eine Böschung?

Bei einer Neigung von 2:3 braucht eine Böschung das 1.5-fache ihrer Höhe als horizontale Breite: 3 m Tiefe ergeben 4.5 m Breite. Dazu kommt ein Sicherheitsabstand zur Grenze und zum Lastwagenverkehr von mindestens 1 m am Böschungskopf.

Wie schützt man eine Böschung vor Regen?

Offene Böschungen werden mit Folie oder Vlies abgedeckt, damit Regen nicht in den Boden eindringt. Ein Fanggraben am Böschungskopf leitet Oberflächenwasser ab, ein Pumpensumpf am Fuss hält die Sohle trocken. Bei langer Bauzeit kann Spritzbeton sinnvoll sein.

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